Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe

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Am nächsten Morgen brummte mein Kopf. Mein Körper schmerzte. Das Sofa, auf dem ich schlief, war nicht gerade bequem. Das Schnarchen von Raul, der neben mir auf dem Sessel schlief, machte die Nacht nicht angenehmer.

Ich schaute mich um, von Max schien jede Spur zu fehlen, deshalb machte ich eine Tour durch das Haus. Aber egal wo ich nachsah, die Zimmer waren leer. Mittlerweile war auch Raul aufgewacht und schaute mir zu, wie ich durch das Haus streifte.

«Was machst du?»

«Ich suche Max. Er ist weg.» Antwortete ich etwas panisch.

«Keine Angst, der taucht schon wieder auf. Mach lieber Frühstück, mein Kater ist scheusslich.“ Raul rieb sich den Kopf, während er sprach. Kein Wunder, nachdem er gestern so viel getrunken hatte.

«Ich schaue mal, was Dr. Alvares Küche hergibt.» Antwortete ich und durchforstete die Schränke in der Küche. Viele Konserven, aber weder Brot noch Eier oder sonst was das als Frühstück durchgehen könnte. Dafür besass er aber eine Kaffeemaschine.

Ich bereitete uns zwei Kaffees zu.

«Hier.»

«Kaffee, meine Rettung.» Raul warf mir ein Luftkuss zu, während er mir die Tasse aus der Hand nahm.

«Wo denkst du ist Max?»

«Frühstücken für Vampire.»

«Menschen?»

«Anzunehmen.»

«Ich verstehe das nicht, eigentlich müsste das mich doch total abstossen. Er ist ein Monster und ich bin seine Nahrungsquelle. Das ist doch krank. Aber wenn ich an ihn denke und in seiner Nähe bin, habe ich Schmetterlinge im Bauch. Raul, ich glaub, ich habe mich in Max verliebt.“

Es tat gut, mit jemandem reden zu können. Eigentlich hätte ich unter normalen Umständen meine Gefühle schon längst mit Emma bis ins kleinste Detail analysiert. Aber diesmal war das ja nicht ganz so einfach, sie hätte mich für verrückt erklärt. Kein Wunder, ich meine genau dasselbe hätte ich auch getan, wenn ich es nicht selbst erlebt und gesehen hätte.

«Liebst du ihn wirklich oder liebst du sein Gift? Ich denke, diese Frage kannst du erst mit Sicherheit beantworten, wenn du entgiftet hast.»

Schweigend tranken wir unsere Kaffees weiter.

Nach ein paar Minuten kam Max in das Wohnzimmer.

«So haben wir einen Plan?»

«Noch nicht.»

«Also ich habe nachgedacht. Der Noctis Clan ist soweit wir wissen, als einziger aktiv hinter der Lampe her, also ist es auch sehr wahrscheinlich, dass sie auch Dr. Alvares entführt haben. Richtig?»

«Richtig.» Antwortete Raul Max.

«Also holen wir uns doch einfach Dr. Alvares zurück.»

«Natürlich, weil das ja so einfach sein wird, holen wir ihn uns einfach zurück. Es ist anzunehmen, dass ein Hexer für sie arbeitet. Nur so konnten sie Dr. Alvares finden. Dann ist auch anzunehmen, dass dieser Hexenmeister das Haus der Noctis mir einem Schutzzauber belegt hat. Aber selbst wenn nicht und wir in das Haus hineinkommen würden, wäre dies voller Vampire und eine Selbstmordmission. Ich bin erst zweihundertfünfzehn Jahre alt. Ich habe noch nicht vor, mich ermorden zu lassen.»

«Du hast recht, wenn wir das so angehen würden, wie du sagtest, wäre es eine Selbstmordmission. Aber vergiss nicht zusammen sind wir fast vierhundert Jahre Alt und nicht blöd. Und auch wir haben die Hilfe eines Hexers, der wahrscheinlich viel mächtiger ist als ihrer.»

«Okay genügend geschleimt wie ist dein Plan?»

«Also Gut. Du hattest recht, sehr wahrscheinlich ist ihr Gebäude mit einem Schutzzauber belegt. Um was wollen wir wetten, dass der Zauber nur für das Gebäude gilt und nicht für die umliegende Rasenfläche? Und jetzt kommt es genau auf dieser Fläche wendest du einen illusions Zauber an. Wir machen ihre grösste Befürchtung eines Kriegs mit den Elfen wahr. Sie werden meinen, auf dem Rassen hätten sich Hunderte Elfen versammelt, um sie anzugreifen und Dr. Alvares zu befreien. Natürlich kommen alle Vampire bis auf die Wachen von dem Dr. nach draussen gerannt und Kämpfen gegen die halluzinierten Elfen. So haben Anna und ich die Chance Dr. Alvares zu befreien. Zugegeben, einfach wird es nicht, aber immerhin haben wir so eine Chance. Was meint ihr dazu?» Max sah uns erwartungsvoll an.

«Ich habe durchaus schon schlechtere Pläne gehört, aber auch schon bessere.» Antwortete Raul nachdenklich.

«Hast du einen besseren? Ich nämlich nicht.» Entgegnete ich ihm. Es war für ein paar Minuten stille, doch dann meinte er: «Nein habe ich nicht. Last und ein paar Vampire aufs Kreuz legen.»

Hehe ein paar. Guter Scherz. Sehr wahrscheinlich ein ganzer Clan. Wie viele Vampire sind normalerweise in einem Clan? Dachte ich mir.

«Gut dann Portaliere uns nach Rom. Der Clan hat den Hauptsitz in dem verlassenen Hotel Frateli della notte.»

Aus Rauls Finger kam violetter Lichterstaub und Max packte entschlossen meine Hand und zusammen gingen wir durch das Portal. Auf der anderen Seite angekommen war es kalt und regnete. Wir duckten uns hinter einer Hecke. Das Hotel sah beängstigend aus. Nur schon beim Gedanken, ich müsste da gleich rein und drinnen gegen Vampire kämpfen, wurde es mir übel.

«Das wird schon gut gehen.»

Mist, wann hatte ich das letzte mal Knoblauch gegessen?

«Nicht nur deine Gedanken vertaten dich, sondern auch dein Herzschlag.»

«Das ist nicht witzig, wenn du das machst.»

«Könntet ihr später weiter turteln, ich muss hier mich konzentrieren.»

Raul murmelte leise etwas vor sich hin und bewegte dabei seine Hände vor sich hin und her. Es sah fast so aus, als würde er den Las Ketchup Tanz tanzen wollen. Bei ihm sah es jedoch viel schwungvoller aus. Violetter Lichterstaub legte sich über die ganze Wiese und es dauerte nicht lange, bis die Vampire scharrenweise aus dem Hotel stürmten.

Alle bewaffnet mit Schwertern kämpften sie gegen die her fantasierten Elfen. Es sah schon fast belustigend aus. Wenn nur die Lage nicht so ernst gewesen wäre.

«Na los komm.» Max zog mich an meinem Arm Richtung Eingang. Grossartig mühe uns zu verstecken, gaben wir uns nicht, da die Vampire abgelenkt waren.

Im Hotel Inneren herrschte Ruhe. Dumpf waren von aussen die Kampfschrei der Vampire zu hören. Das Licht war spärlich und so wirkte die grosse Eingangshalle düster. Der modrige Geruch, der in der Luft lag, machte das Hotel nicht gerade einladender.

«Ich kann etwas hören.» Maximilian lauschte angestrengt. Ich tat es ihm gleich, aber ohne Vampirgehör hatte ich keine Chance, den Wächter zu hören.

«Im ersten Stock.» Während wir leise den Gang entlang schlichen, schnappte sich Max zwei Schwerter, die an der Wand zur Dekoration hingen. Na ja, ich ging mal davon aus, dass sie Deko waren, obwohl ein kurzer Check ergab, dass sie scharf geschliffen waren und somit zweifelsohne eine tödliche Waffe.

«Braucht man keinen Pfahl, um Vampire zu töten?»

«Nein man kann ihnen auch den Kopf abschneiden und woanders vergraben als der Körper. Aber vergiss nicht, wir sind nicht hier, um zu töten, sondern nur um den Wächter zu befreien. Also versuche so wenige wie möglich dabei zu töten. Sie sind immerhin meine Freunde.»

«Verstanden.» Ich nickte, während ich weiter dicht hinter ihm die dunkle Treppe hinaufschlich.

Als wir oben ankamen, zeigte er mit seinem Kinn auf eine Holztüre. Dahinter befand sich hoffentlich der Wächter. Zuerst schlichen wir ganz langsam, doch dann riss Max die Türe mit einem Ruck auf und zwei Vampire stürzten sich sogleich auf uns.

Während Maximilian gegen den einen kämpfte, stand ich nur da. Der andre Vampir kam immer näher. Ich konnte mich jedoch nicht bewegen. Seine schwarzen Augen und die schwarzen Adern. Ich sah das nicht zum ersten Mal. Maximilian habe ich auch schon so gesehen, aber der Vampire hier und jetzt jagte mir Todesangst ein. Mein Brustkorb schnürte sich immer mehr zu und es fühlte sich an, als ob mein Herz kein Platz mehr hatte, um zu schlagen. Was ein Stechender schmerzt verursachte. Ich konzentrierte mich auf das Atmen, denn ich war überzeugt, wen ich dies nicht täte, würde ich aufhören zu atmen.

Noch bevor ich mich auch nur einen Zentimeter rühren konnte, schnitt Maximilian ihm den Kopf von hinten ab.

«Atme!» Befahl er mir.

Mein Blick schweifte über das alte Parket. Zwei kopflose Körper lagen da und daneben lagen ihre Köpfe.

«Ich dachte, wir versuchen niemanden umzubringen.» Stammelte ich.

«Genau versuchen habe ich gesagt.» Meinte er achselzuckend und drehte sich um. Vor uns befand sich noch eine Türe.

«Bereit?» Fragte er. Ich nickte. Das aber nicht wirklich bedeute, dass ich bereit war, sondern eher das ich nicht zurückgehen wollte. Zurück zu all den andern Vampiren. Vielleicht hatten wir Glück und in dem nächsten Raum sass Dr. Alvarez gefesselt auf einem Stuhl und wartete auf unsere Rettung. Aber natürlich war dies nicht der Fall. Denn als Maximilian die Türe zum nächsten Raum aufriss, stand davor ein etwa ein Meter zweiundneunzig grosser Mann mit breiten Schultern. Ich vermutete muskulös, dies konnte man aber nicht mit Sicherheit sagen, da er einen langen schwarzen Mantel trug.

«Maximilian!»

«Tommaso!»

«Ihr kennt euch?»

«Ja mich und Tommaso verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft.»

«Cool, dann geht ihr doch und trinkt etwas Blut zusammen. Feiert euer Wiedersehen und ich hole Dr. Alvaretz.»

«Das kann ich leider nicht zulassen.» Demonstrativ machte Tomaso einen Schritt nach vorne und versperrte uns somit den Eingang.

«Tommaso, ich weiss, dass du ein kluger Mann und Anführer bist. Es herrscht Krieg. Das ist weder für uns noch für alle anderen gut. Lass uns zu Alvaretz und wir können den Krieg beenden. Denk doch nur an all die Leben, die wir dadurch retten würden. Das viele Leid das wir allen ersparen könnten.»

«Ich habe eine Verpflichtung meinem Clan gegenüber und du weisst das. Ich habe geschworen, meines Gleichen zu beschützen, als ich ihr Anführer wurde und genau dies tue ich. Die Elfen nehmen willkürlich Vampire fest. Das kann ich nicht tolerieren. Wir müssen uns wehren.»

«Aber doch nicht so. Nicht mit Dr. Alavretz.» Mischte ich mich in die Unterhaltung ein.

«Glaub mir auch ich möchte weitere Opfer verhindern, aber ich muss meine Familie schützen und das ist der einzige Weg.»

«Sorry, das kann ich nicht zulassen.» Meinte Maximilian, während er mit einem grossen Satz auf ihn zu hechtete und ihn dabei versuchte von der Türe wegzustossen. Aber Tommaso reagierte schnell und verpasste Max einen so heftigen Schlag auf seine Schläfe das dieser Ko zu Boden viel. Nun sah Tommaso mich an und verwandelte sich in einen Vampir. Er kam auf mich zu und verpasste mir ein. Ich konnte noch ausweichen, aber nur wenige Momente später spürte ich sein Knie in meinem Bauch. Die Luft blieb mir weg und ich sackte zusammen. Noch bevor ich zu Boden ging, rappelte ich mich noch einmal auf und schon sah ich seine nächste Faust auf mich zukommen. Es gelang mir auszuweichen, in dem ich mich duckte. Plötzlich viel mir der Bewegungsablauf ein, der ich jahrelang im Training machen musste. Zuerst das rechte Bein auf das Knie von dem Gegner, gefolgt von einem Ellenbogen in den Bauch und dann die Hand raufziehen, bis man ihm die Nase gebrochen hat. Dann schnappte ich mir das Schwert, das auf Boden lag. Brachte es aber nicht über mich, ihn zu erstechen.

«Anna, was tust du?» Schrie Max, der wieder aus seiner Ohnmacht erwacht war. Ich stand da mit dem Schwert in der Hand und Tomaso lag vor mir. Ich hatte ehrlichgesagt keine Ahnung, was ich da tat. Momentan tat ich jedenfalls gar nichts.

«Ich weiss nicht.»

«Gib mir das Schwert Anna.» Befahl Maximilian und ich reichte es ihm.

«Gratuliere dir, du hast einen Vampir Ko gehauen. Erinnere mich daran, dass ich bloss nie mit dir streite.» Witzelte er, während er in den Raum ging.

Im Raum sass ein alter Mann mit grauen Haaren auf einem Holzstuhl, gefesselt an den Händen und Füssen.

«Dr. Alvaretz.» Schrie ich vor Erleichterung und stürzte auf ihn zu. Ich befreite ihn von den Fesseln und zog die Lampe aus meiner braunen Umhängetasche.

«Hier ihre Lampe.»

Aber Dr. Alvaretz Schaute nur verdutzt und murmelte was wie: «Der Krieg hat bereits begonnen.»

«So hier nehmen Sie ihre Lampe und dann gehen wir alle nach Hause.» Ich steckte ihm die Lampe nun energisch vor sein Gesicht.

«Anna der Krieg hat bereits begonnen, ich kann den Frieden nicht wieder herstellen. Wir haben versagt.»

Dass der Wächter offensichtlich meinen Namen kannte, machte mir nicht halb so viel Angst wie die Worte: Wir haben versagt.

«Nein meine Mission war ihnen die Lampe zu übergeben und diese mache ich nun.» Ich schwenkte die Lampe vor seinem Gesicht hin und her.

«Nur wird sie den Krieg nicht mehr beenden können. Der Krieg hat bereits begonnen und durch eure Täuschung, dass die Elfen angreifen, hat ihr den Krieg schlimmer gemacht. Ihr müsst euren Fehler wieder gut machen, sonst wird es die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr lange geben.»

«Aber nur durch die Täuschung gelang es uns, sie hier aufzuspüren und ihnen die Lampe zu übergeben.» Wieder schwenkte ich mit der Lampe vor seinem Gesicht hin und her.

«Max sag doch auch mal was.» Versuchte ich mir Hilfe zu holen.

«Dr. Alvaretz hat recht. Wir haben den Krieg vorangetrieben. Wir müssen unseren Fehler wieder gut machen.» Meinte er nachdenklich.

Was?!

Wie bitte?!

Das war aber nicht Teil der Bestimmung! Ich habe meinen Teil doch erfüllt und sollte nun eigentlich wieder nach Hause in mein altes langweiliges Leben dürfen. Mein Job, der auf mich in der Kanzlei wartete, fühlte sich schon an wie aus einem anderen Leben und genau dort wollte ich nun auch wieder hin.

«Anna, ich weiss, dass du nachhause möchtest, aber denk daran, ihr Menschen braucht die Elfen und wenn wir sie in dem Krieg vernichten, kannst du bald in kein Leben mehr zurückkehren, weil dann kein Leben auf der Welt mehr existiert und das willst du doch nicht?» Redete Maximilian eindringlich auf mich ein, während er mit seinen schönen blauen Augen tief in meine schaute und mich sanft an meinem Oberarm festhielt.

«Natürlich nicht.»

«Also hilfst du uns.»

Ein widerwilliges «Ja» musste als Antwort reichen.

«Haben sie einen Plan Dr. Alvaretz?»

«Meine Kraft reicht nicht aus, dass ich es selber tun könnte, aber ich kann euch in der Zeit zurückschicken. Ihr müsst den Krieg verhindern. Sobald ihr dies erledigt habt, verleihe ich Raul genügend Macht um euch zurück an den Ausgangspunkt zu Teleportieren.»

In diesem Moment kam Raul hineingestürmt.

«Seid ihr soweit? Ich kann der Zauber nicht mehr aufrechterhalten.»

«Wir sind bereit.» Antwortete Max und umfasste meine und Rauls Hand, nickte Dr. Alvaretz zu und dieser schnippte mit dem Finger und schon befanden wir uns in einer dunklen Seitenstrasse. Es roch nach Müll und der Boden war Nass. Durch die drückende Hitze fing ich augenblicklich an zu schwitzen.

«Wo zum Teufel sind wir.» Fauchte Raul, während er Staub von seiner schwarzen Jacke wischte.

«Ich weiss nicht genau.» Erwiderte Max, während er sich in der Gasse umsah.

«Dr. Alvaretz hat doch etwas von in der Zeit zurückzuschicken gesagt.» Warf ich in die Runde.

Rauls Kinnlade viel runter und er sah wirklich entsetzt aus.

«Wir sind in der Zeit zurückgereist?»

«Ja, um den Krieg zu verhindern.»

«Und ihr hattet keine Zeit, den Plan mit mir abzusprechen? Zeitreisen sind gefährlich.» Meinte Raul entsetzt.

«Wenn es dich beruhigt, wir hatten auch keine Zeit, den Plan zu besprechen. Ich wüsste nämlich auch nicht, ob ich damit so einverstanden gewesen wäre.» Versuchte ich Raul etwas zu beruhigen.

«Anstatt das wir jetzt alle in Selbstmitleid versinken, machen wir lieber einen Plan. Nach den Nummernschildern der Autos sind wir in Italien.»

«Nach den Temperaturen ist es Sommer. Sind nicht die Elfenmorde in Rom im Frühsommer geschehen?»

Maximilian nickte.

«Am besten gehe ich zum Clan und versuche dort was herauszufinden und ihr geht zu den Elfen. Gib mir deinen Arm Anna.»

Ohne zu zögern, streckte ich ihm meinen Arm hin und er biss rein. Diesmal trank er jedoch mehr als sonst. Er trank so viel, dass es richtig wacklig auf meinen Beinen wurde.

«Das sollte reichen bis Morgen.» Meinte er mit so wenig Emotion in seiner Stimme, wie er nur konnte. Aber ich sah an seinem Blick, den angespannten Gesichtsmuskeln und in der tiefe seiner blauen Augen, dass er sich um mich sorgte.

«Und, was sagen wir, wenn wir dort ankommen? Falls du was vergessen hast, wir sind keine Elfen.»

«Sag doch einfach Anna sei ein Zauberlehrling und du unterrichtest sie. Um eine optimale Ausbildung zu garantieren, möchtest du ihr die ganze Welt zeigen.»

«Keine schlechte Idee.»

«Leute, ich kann doch gar nicht Zaubern.»

«Das wird schon funktionieren.» Meinte Max, während er aus der Gasse auf die Strasse lief, ohne auch nur noch einmal zurückzuschauen.

«Das wird schon funktionieren.» Wiederholte Raul zuversichtlich und lief dabei ebenfalls aus der Gasse. Ich eilte ihm hinterher.

«Wo finden wir die Elfen?»

«Na im Wald natürlich. Komm mit und lerne meine Schülerin.»

«Ha ha ha. Dir ist schon bewusst das das nur unsere Tarnung ist?»

«Ja aber willst du etwa bestreiten, dass du das alles noch nicht wusstest?»

«Punkt für dich.» Zusammen liefen wir zur Busstation und nach drei Mal umsteigen befanden wir uns nun etwas ausserhalb der Stadt.

«Woher kanntest du den Weg?»

«Ach in den letzten fünfunddreissig Jahren hat sich hier nicht so viel verändert.» Meinte er und schaute sich um.

«Du warst vor fünfunddreissig Jahren schon einmal hier?»

«Ja ich habe acht Jahre in Rom gelebt. Aber Wien hat mehr Charme.»

Raul erzählte mir noch ein paar alte Geschichten, die er hier in Rom erlebt hatte, während wir so durch den immer dichteren Wald liefen. Bei einem sehr grossen und dicken Baum blieb Raul stehen und fing an zu murmeln: «Elf virtutis ostendit. Ostendit tibit. Elf virtutis ostendit. Ostendit tibit.Elf viritutis ostendit. Ostendit Tibit.»

Wie aus dem nichts tauchte vor uns plötzlich eine wunderschöne blonde junge Frau auf. Ihr Haar wirkte Golden und passte zu dem goldenen Kopf und Haarschmuck, den sie trug. Ihre Ohren waren spitz und mit einer sehr hohen pipsiger Stimme, die an Mickymaus erinnerte, fragte sie: «Was wollt ihr?»

«Wir wollen die Elfen in Rom besuchen. Ich bin Raul Gruber. Zauberer aus Wien und das ist mein Lehrling Anna Schmid.» Murmelte er, während er sich vor der Elfe verborg. Erst als er meine Namen nannte, richtete er seinen Oberkörper wieder auf. Überfordert mit der Situation, macht ich einen Knicks. Notiz an mich selbst, ich sollte unbedingt googeln, wie man Elfen begrüsst.

Ein «Hallo» kam scheu über meine Lippen.

«Guten Tag. Willkommen bei uns. Folgt mir.» Sie tänzelte lässig durch den Wald in einem Tempo, bei dem Raul und ich Mühe hatten, ihr zu folgen.

Nach einer Weile kamen wir auf einen runden Platzt inmitten von Bäumen und da sahen wir sie. Sie war wunderschön. Ihre Haut war Porzellan weiss und ihr schwarzes langes Haar legte sich über das wunderschöne weisse Kleid, das sie Trug. Sie war übersäht mit goldenem Schmuck und farbigen Blumen in dem Haar. Das musste die Königin sein. Neben ihrem Thron standen schön aufgereiht ebenfalls wunderschöne Elfen.

«Willkommen hier in Rom. Ich habe gehört, du willst deinem Schützling alles zeigen. Kommt tretet näher.» Meinte die Königin mit einer engelsgleichen Stimme.

«Wir schützen die Natur und die Natur schützt uns.» Fuhr die Königin fort, während sie einen Schmetterling auf ihrer Hand landen liess.

«Setzt euch.» Befahl uns die Elfe, die uns hergebracht hatte. Ich schaute mich um, aber weit und breit waren keine Stühle zu sehen. Raul setzte sich also auf den Boden und ich tat es ihm gleich.

«Wollt ihr etwas trinken. Einen Tee mit zutaten frisch aus dem Wald?» Fragte uns die Königin.

«Ja gerne.» Antwortete Raul und ich meinte: «Nein Danke.» Aber kaum hatte ich die Wörter ausgesprochen, merkte ich an den blicken, die mir auf einmal alle zuwarfen, dass dies ohne Zweifel die falsche Antwort war.

«Sie meint natürlich Ja gerne. Sie muss noch so viel lernen. Sie ist noch so jung.» Entgegnete Raul der Königin mit einem theatralischen Tonfall.

«Wie sollen wir die Elfen beschützen, wenn wir hier nur rumsitzen und Tee trinken? Ich meine, immerhin wissen wir weder das heute für ein Datum ist noch wie viel Zeit uns noch bleibt, um den Mord zu verhindern.» Flüsterte ich Raul, so leise ich nur konnte zu und versuchte dabei meine Lippen so wenig wie nur irgend möglich zu bewegen.

«Gut Ding will Weile haben. Nur Geduld, wir können hier überhaupt nichts ausrichten, wenn uns die Elfen nicht als ihre Gäste akzeptieren und dafür müssen wir nun einmal uns so verhalten, als wären wir ihre Gäste.»

Wie aus dem nichts tauchte nun eine Elfe auf, die drei Teetassen in ihren Händen hielt. Sie reichte uns je eine davon und wir tranken alle drei gleichzeitig den ersten Schluck. Der Tee war wirklich gut. In diesem Moment spürte ich, wie mein Handy vibrierte. Ich hatte eine SMS von Maximilian bekommen und darinstand:

 

Ich bin im Vampirhotel Frateli della notte. Tommaso hat mich herzlich als Gast aufgenommen und als Gast vom Clanführer höchst persönlich kann ich mich frei bewegen und mich umhören. Bis jetzt habe ich jedoch noch nicht viel herausbekommen. Ich hoffe, bei euch läuft es besser.

Liebe Grüsse Max.

 

Da war uns Max wohl einen Schritt voraus. Wir sassen immer noch wie blöde vor dem Thron der Königin und tranken Tee. Dabei sprach niemand ein Wort, wodurch wir natürlich auch nichts erfuhren. Ich versuchte mir meine Aufgeregtheit nicht anmerken zu lassen, aber langsam wurde ich echt nervös. Wir hatten hier schliesslich einen Auftrag zu erledigen.

Nachdem wir alle ausgetrunken hatten, entschuldigte sich die Königin und verliess uns.

«Kommt, ich zeige euch euer Bett.» Meinte die Elfe, die uns hergebracht hatte mit ihrer pipsigen Stimme.

Wortlos folgten wir ihr.

«Habt ihr denn gar kein Gepäck?» Die Elfe schaute uns fragend an.

«Nein wir können doch zaubern, da braucht es kein Gepäck. So reist es sich leichter.» Reagierte Raul zum Glück schnell. Die Elfe nickte und tänzelte weiter durch den Wald biss sie vor zwei dunkelblauen Hängematten stehen blieb, die an zwei dicken grünen bäumen befestigt waren.

«Ich nehme die obere.» Stellte Raul schnell klar und schwang sich in die obere Hängematte. Ich setzte mich in die untere und musste erstaunt zugeben, dass sie richtig bequem war.

«Wenn ihr irgendetwas braucht, sagt es. Wir werden uns dann darum kümmern.» Piepste sie noch, bevor sie schnell weg hüpfte. Endlich waren wir allein. Aber da der Wald sehr vermutlich Ohren hatte und alles der Königin berichten würden, wäre es nicht klug gewesen, uns hier zu sicher und frei zu fühlen.

«Was machen wir nun?» Wollte ich von Raul wissen, in der Hoffnung, dass er einen Plan hatte.

«Hmmm das wird schwierig. Leider hatten wir vor unserer Abreise keine Zeit, um nachzuforschen wer das erste Opfer war. Also könnte es jede von ihnen sein.»

«Wohl war. Wir können nicht alle gleichzeitig beschützen.»

«Doch zumindest für heute. Lass uns ein Fest veranstalten, bei dem wir alle Elfen einladen. So eine Art Willkommensparty für uns. Dann sind alle zusammen und es verschafft Raul ein bisschen Zeit, um herauszufinden, welcher Vampir die Elfen ermorden will.»

«Gute Idee. Ich schreibe es Max.»

 

Hey Max.

Wir feiern heute Abend eine Willkommensparty mit den Elfen. Das sollte dir Zeit verschaffen,

 um herauszufinden. wer der Mörder ist.

Ich wünschte du wärst hier.

 

Es ging nicht lange und da bekam ich auch schon eine Antwort von Maximilian.

 

Dan feiert mal schön=)

Ich habe hier schon eine heisse Spur. Der Noctis Clan hält sich so gar nicht an das Abkommen, das zwischen den Elfen und den Vampiren herrscht. Sie feiern Menschenpartys. Das führt natürlich zwangsläufig zu Spannungen, vor allem zwischen dem Clanführer und der Elfenkönigin. Ich bleibe an der Sache dran.

 

«Raul, was sind Menschenpartys?»

«Das sind Partys, bei denen die menschlichen Gäste verspeist werden. Aber diese sind seit achtzig Jahren verboten. Die Vampire, Magier und die Elfen schlossen dazumal nämlich ein Abkommen, das untersagt, das Menschen getötet werden. Wieso?»

Ich gab Raul mein Handy und er lass Maximilians Nachricht und lächelte dann zufrieden.

«Sieht aus, als hätten wir unseren Täter.»

«Ich weiss nicht. Das scheint mir irgendwie zu einfach. Tommaso ist ein Freund von Max. Ich denke nicht, dass er zu so etwas fähig wäre.» Als ich den Satz beendet hatte, schwang sich Raul aus seiner Hängematte und setzte sich neben mich. Er nahm meine Hand und umschloss sie sanft in seinen. Sein Blick war weich und voller Mitgefühl.

«Anna, das sind Vampire. Ich weiss das du denkst, dass du in Maximilian verliebt bist, aber lass deine Gefühle nicht dein Urteilsvermögen beeinflussen. Tommaso ist ein Vampir. Ein Vampir, der gegen das Abkommen verstösst und Menschen tötet. Daher ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass ein Elf zur falschen Zeit am falschen Ort war und etwas sah, das sie nicht sehen sollte. Damit diese nichts verraten konnte, hat er sie umgebracht. Das ist nicht zu leicht Anna, sondern sehr wahrscheinlich.»

Eine Weile sassen wir beide einfach so da und ich liess Rauls Worte auf mich wirken. Ich konnte immer noch nicht begreifen, dass Maximilian wirklich ein Vampir war. Ein Monster. Obwohl ich schon ein paar Mal gesehen hatte, wie er sich verwandelte, dass er Menschen verletzte oder gar umbrachte, konnte und wollte ich nicht glauben. Die Hände, mit denen er mich schon so oft beschützt hatte, sollen anderen unschuldigen Schaden zugefügt haben?

Eine Träne rollte mir das Gesicht hinunter.

«Du hast recht.»

«Tut mir leid Kleines.»

«Lass uns eine Party feiern.»

Zum Glück waren die Elfen von der Idee mit der Party begeistert und so hatten wir im nun allerhand zu Planen für die grosse Party. Ein paar Elfen boten uns ihre Hilfe an, die wir natürlich dankend annahmen.

Es wurden Weisse Tische und weisse Stühle auf dem Platz aufgestellt. Am Rande befand sich ein rissen Buffet mit allen Lebensmittel, die die Natur hergab. Kurz vor dem Start der Party übergaben uns die Elfen noch Partykleider als Geschenk.

Ich stieg in mein kurzes weisses Kleid, das Komplet aus Spitze war. Es war traumhaft schön. Raul bekam einen komplett weissen Anzug mit einer violetten Fliege.

«Bereit zu feiern.» Raul streckte seinen Arm so hin, dass ich mich einhacken konnte. Zusammen liefen wir zum Platz. Dort waren schon sehr viele Elfen versammelt und tanzten fröhlich. Andere waren am Essen oder unterhielten sich. Nur von der Königin war keine Spur zu sehen.

Ich ging zum Buffet und schöpfte mir etwas Salat. Raul tanzte währenddessen mit den Elfen auf der Tanzfläche.

Und so geht es weiter: Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

Kapitel Übersicht:

Kapitel 1 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 2 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 3 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 4 Die Botin Der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 5 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 6 die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 7 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 8 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 11 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

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