Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe
Was bisher geschah: Kapitel 1 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Am nächsten Morgen brummte mein
Kopf. Mein Körper schmerzte. Das Sofa, auf dem ich schlief, war nicht gerade bequem.
Das Schnarchen von Raul, der neben mir auf dem Sessel schlief, machte die Nacht
nicht angenehmer.
Ich schaute mich um, von Max schien
jede Spur zu fehlen, deshalb machte ich eine Tour durch das Haus. Aber egal wo
ich nachsah, die Zimmer waren leer. Mittlerweile war auch Raul aufgewacht und
schaute mir zu, wie ich durch das Haus streifte.
«Was machst du?»
«Ich suche Max. Er ist weg.»
Antwortete ich etwas panisch.
«Keine Angst, der taucht schon wieder
auf. Mach lieber Frühstück, mein Kater ist scheusslich.“ Raul rieb sich den
Kopf, während er sprach. Kein Wunder, nachdem er gestern so viel getrunken
hatte.
«Ich schaue mal, was Dr. Alvares
Küche hergibt.» Antwortete ich und durchforstete die Schränke in der Küche.
Viele Konserven, aber weder Brot noch Eier oder sonst was das als Frühstück
durchgehen könnte. Dafür besass er aber eine Kaffeemaschine.
Ich bereitete uns zwei Kaffees
zu.
«Hier.»
«Kaffee, meine Rettung.» Raul
warf mir ein Luftkuss zu, während er mir die Tasse aus der Hand nahm.
«Wo denkst du ist Max?»
«Frühstücken für Vampire.»
«Menschen?»
«Anzunehmen.»
«Ich verstehe das nicht,
eigentlich müsste das mich doch total abstossen. Er ist ein Monster und ich bin
seine Nahrungsquelle. Das ist doch krank. Aber wenn ich an ihn denke und in
seiner Nähe bin, habe ich Schmetterlinge im Bauch. Raul, ich glaub, ich habe
mich in Max verliebt.“
Es tat gut, mit jemandem reden zu
können. Eigentlich hätte ich unter normalen Umständen meine Gefühle schon
längst mit Emma bis ins kleinste Detail analysiert. Aber diesmal war das ja
nicht ganz so einfach, sie hätte mich für verrückt erklärt. Kein Wunder, ich
meine genau dasselbe hätte ich auch getan, wenn ich es nicht selbst erlebt und
gesehen hätte.
«Liebst du ihn wirklich oder liebst
du sein Gift? Ich denke, diese Frage kannst du erst mit Sicherheit beantworten,
wenn du entgiftet hast.»
Schweigend tranken wir unsere
Kaffees weiter.
Nach ein paar Minuten kam Max in
das Wohnzimmer.
«So haben wir einen Plan?»
«Noch nicht.»
«Also ich habe nachgedacht. Der
Noctis Clan ist soweit wir wissen, als einziger aktiv hinter der Lampe her,
also ist es auch sehr wahrscheinlich, dass sie auch Dr. Alvares entführt haben.
Richtig?»
«Richtig.» Antwortete Raul Max.
«Also holen wir uns doch einfach
Dr. Alvares zurück.»
«Natürlich, weil das ja so
einfach sein wird, holen wir ihn uns einfach zurück. Es ist anzunehmen, dass
ein Hexer für sie arbeitet. Nur so konnten sie Dr. Alvares finden. Dann ist
auch anzunehmen, dass dieser Hexenmeister das Haus der Noctis mir einem Schutzzauber
belegt hat. Aber selbst wenn nicht und wir in das Haus hineinkommen würden, wäre
dies voller Vampire und eine Selbstmordmission. Ich bin erst zweihundertfünfzehn
Jahre alt. Ich habe noch nicht vor, mich ermorden zu lassen.»
«Du hast recht, wenn wir das so
angehen würden, wie du sagtest, wäre es eine Selbstmordmission. Aber vergiss
nicht zusammen sind wir fast vierhundert Jahre Alt und nicht blöd. Und auch wir
haben die Hilfe eines Hexers, der wahrscheinlich viel mächtiger ist als ihrer.»
«Okay genügend geschleimt wie ist
dein Plan?»
«Also Gut. Du hattest recht, sehr
wahrscheinlich ist ihr Gebäude mit einem Schutzzauber belegt. Um was wollen wir
wetten, dass der Zauber nur für das Gebäude gilt und nicht für die umliegende
Rasenfläche? Und jetzt kommt es genau auf dieser Fläche wendest du einen illusions
Zauber an. Wir machen ihre grösste Befürchtung eines Kriegs mit den Elfen wahr.
Sie werden meinen, auf dem Rassen hätten sich Hunderte Elfen versammelt, um sie
anzugreifen und Dr. Alvares zu befreien. Natürlich kommen alle Vampire bis auf
die Wachen von dem Dr. nach draussen gerannt und Kämpfen gegen die halluzinierten
Elfen. So haben Anna und ich die Chance Dr. Alvares zu befreien. Zugegeben,
einfach wird es nicht, aber immerhin haben wir so eine Chance. Was meint ihr
dazu?» Max sah uns erwartungsvoll an.
«Ich habe durchaus schon
schlechtere Pläne gehört, aber auch schon bessere.» Antwortete Raul
nachdenklich.
«Hast du einen besseren? Ich
nämlich nicht.» Entgegnete ich ihm. Es war für ein paar Minuten stille, doch
dann meinte er: «Nein habe ich nicht. Last und ein paar Vampire aufs Kreuz
legen.»
Hehe ein paar. Guter Scherz. Sehr
wahrscheinlich ein ganzer Clan. Wie viele Vampire sind normalerweise in einem
Clan? Dachte ich mir.
«Gut dann Portaliere uns nach
Rom. Der Clan hat den Hauptsitz in dem verlassenen Hotel Frateli della notte.»
Aus Rauls Finger kam violetter
Lichterstaub und Max packte entschlossen meine Hand und zusammen gingen wir
durch das Portal. Auf der anderen Seite angekommen war es kalt und regnete. Wir
duckten uns hinter einer Hecke. Das Hotel sah beängstigend aus. Nur schon beim
Gedanken, ich müsste da gleich rein und drinnen gegen Vampire kämpfen, wurde es
mir übel.
«Das wird schon gut gehen.»
Mist, wann hatte ich das letzte
mal Knoblauch gegessen?
«Nicht nur deine Gedanken vertaten
dich, sondern auch dein Herzschlag.»
«Das ist nicht witzig, wenn du
das machst.»
«Könntet ihr später weiter
turteln, ich muss hier mich konzentrieren.»
Raul murmelte leise etwas vor
sich hin und bewegte dabei seine Hände vor sich hin und her. Es sah fast so aus,
als würde er den Las Ketchup Tanz tanzen wollen. Bei ihm sah es jedoch viel
schwungvoller aus. Violetter Lichterstaub legte sich über die ganze Wiese und
es dauerte nicht lange, bis die Vampire scharrenweise aus dem Hotel stürmten.
Alle bewaffnet mit Schwertern kämpften
sie gegen die her fantasierten Elfen. Es sah schon fast belustigend aus. Wenn
nur die Lage nicht so ernst gewesen wäre.
«Na los komm.» Max zog mich an
meinem Arm Richtung Eingang. Grossartig mühe uns zu verstecken, gaben wir uns
nicht, da die Vampire abgelenkt waren.
Im Hotel Inneren herrschte Ruhe. Dumpf
waren von aussen die Kampfschrei der Vampire zu hören. Das Licht war spärlich
und so wirkte die grosse Eingangshalle düster. Der modrige Geruch, der in der
Luft lag, machte das Hotel nicht gerade einladender.
«Ich kann etwas hören.»
Maximilian lauschte angestrengt. Ich tat es ihm gleich, aber ohne Vampirgehör
hatte ich keine Chance, den Wächter zu hören.
«Im ersten Stock.» Während wir
leise den Gang entlang schlichen, schnappte sich Max zwei Schwerter, die an der
Wand zur Dekoration hingen. Na ja, ich ging mal davon aus, dass sie Deko waren,
obwohl ein kurzer Check ergab, dass sie scharf geschliffen waren und somit
zweifelsohne eine tödliche Waffe.
«Braucht man keinen Pfahl, um Vampire
zu töten?»
«Nein man kann ihnen auch den
Kopf abschneiden und woanders vergraben als der Körper. Aber vergiss nicht, wir
sind nicht hier, um zu töten, sondern nur um den Wächter zu befreien. Also
versuche so wenige wie möglich dabei zu töten. Sie sind immerhin meine Freunde.»
«Verstanden.» Ich nickte, während
ich weiter dicht hinter ihm die dunkle Treppe hinaufschlich.
Als wir oben ankamen, zeigte er mit
seinem Kinn auf eine Holztüre. Dahinter befand sich hoffentlich der Wächter.
Zuerst schlichen wir ganz langsam, doch dann riss Max die Türe mit einem Ruck
auf und zwei Vampire stürzten sich sogleich auf uns.
Während Maximilian gegen den einen
kämpfte, stand ich nur da. Der andre Vampir kam immer näher. Ich konnte mich
jedoch nicht bewegen. Seine schwarzen Augen und die schwarzen Adern. Ich sah
das nicht zum ersten Mal. Maximilian habe ich auch schon so gesehen, aber der Vampire
hier und jetzt jagte mir Todesangst ein. Mein Brustkorb schnürte sich immer
mehr zu und es fühlte sich an, als ob mein Herz kein Platz mehr hatte, um zu
schlagen. Was ein Stechender schmerzt verursachte. Ich konzentrierte mich auf
das Atmen, denn ich war überzeugt, wen ich dies nicht täte, würde ich aufhören
zu atmen.
Noch bevor ich mich auch nur
einen Zentimeter rühren konnte, schnitt Maximilian ihm den Kopf von hinten ab.
«Atme!» Befahl er mir.
Mein Blick schweifte über das
alte Parket. Zwei kopflose Körper lagen da und daneben lagen ihre Köpfe.
«Ich dachte, wir versuchen
niemanden umzubringen.» Stammelte ich.
«Genau versuchen habe ich gesagt.»
Meinte er achselzuckend und drehte sich um. Vor uns befand sich noch eine Türe.
«Bereit?» Fragte er. Ich nickte.
Das aber nicht wirklich bedeute, dass ich bereit war, sondern eher das ich nicht
zurückgehen wollte. Zurück zu all den andern Vampiren. Vielleicht hatten wir Glück
und in dem nächsten Raum sass Dr. Alvarez gefesselt auf einem Stuhl und wartete
auf unsere Rettung. Aber natürlich war dies nicht der Fall. Denn als Maximilian
die Türe zum nächsten Raum aufriss, stand davor ein etwa ein Meter
zweiundneunzig grosser Mann mit breiten Schultern. Ich vermutete muskulös, dies
konnte man aber nicht mit Sicherheit sagen, da er einen langen schwarzen Mantel
trug.
«Maximilian!»
«Tommaso!»
«Ihr kennt euch?»
«Ja mich und Tommaso verbindet
eine jahrzehntelange Freundschaft.»
«Cool, dann geht ihr doch und
trinkt etwas Blut zusammen. Feiert euer Wiedersehen und ich hole Dr. Alvaretz.»
«Das kann ich leider nicht
zulassen.» Demonstrativ machte Tomaso einen Schritt nach vorne und versperrte
uns somit den Eingang.
«Tommaso, ich weiss, dass du ein
kluger Mann und Anführer bist. Es herrscht Krieg. Das ist weder für uns noch
für alle anderen gut. Lass uns zu Alvaretz und wir können den Krieg beenden.
Denk doch nur an all die Leben, die wir dadurch retten würden. Das viele Leid
das wir allen ersparen könnten.»
«Ich habe eine Verpflichtung meinem
Clan gegenüber und du weisst das. Ich habe geschworen, meines Gleichen zu
beschützen, als ich ihr Anführer wurde und genau dies tue ich. Die Elfen nehmen
willkürlich Vampire fest. Das kann ich nicht tolerieren. Wir müssen uns wehren.»
«Aber doch nicht so. Nicht mit
Dr. Alavretz.» Mischte ich mich in die Unterhaltung ein.
«Glaub mir auch ich möchte
weitere Opfer verhindern, aber ich muss meine Familie schützen und das ist der einzige
Weg.»
«Sorry, das kann ich nicht
zulassen.» Meinte Maximilian, während er mit einem grossen Satz auf ihn zu
hechtete und ihn dabei versuchte von der Türe wegzustossen. Aber Tommaso
reagierte schnell und verpasste Max einen so heftigen Schlag auf seine Schläfe
das dieser Ko zu Boden viel. Nun sah Tommaso mich an und verwandelte sich in
einen Vampir. Er kam auf mich zu und verpasste mir ein. Ich konnte noch
ausweichen, aber nur wenige Momente später spürte ich sein Knie in meinem
Bauch. Die Luft blieb mir weg und ich sackte zusammen. Noch bevor ich zu Boden ging,
rappelte ich mich noch einmal auf und schon sah ich seine nächste Faust auf
mich zukommen. Es gelang mir auszuweichen, in dem ich mich duckte. Plötzlich
viel mir der Bewegungsablauf ein, der ich jahrelang im Training machen musste.
Zuerst das rechte Bein auf das Knie von dem Gegner, gefolgt von einem Ellenbogen
in den Bauch und dann die Hand raufziehen, bis man ihm die Nase gebrochen hat.
Dann schnappte ich mir das Schwert, das auf Boden lag. Brachte es aber nicht
über mich, ihn zu erstechen.
«Anna, was tust du?» Schrie Max,
der wieder aus seiner Ohnmacht erwacht war. Ich stand da mit dem Schwert in der
Hand und Tomaso lag vor mir. Ich hatte ehrlichgesagt keine Ahnung, was ich da
tat. Momentan tat ich jedenfalls gar nichts.
«Ich weiss nicht.»
«Gib mir das Schwert Anna.»
Befahl Maximilian und ich reichte es ihm.
«Gratuliere dir, du hast einen Vampir
Ko gehauen. Erinnere mich daran, dass ich bloss nie mit dir streite.» Witzelte er,
während er in den Raum ging.
Im Raum sass ein alter Mann mit
grauen Haaren auf einem Holzstuhl, gefesselt an den Händen und Füssen.
«Dr. Alvaretz.» Schrie ich vor Erleichterung
und stürzte auf ihn zu. Ich befreite ihn von den Fesseln und zog die Lampe aus
meiner braunen Umhängetasche.
«Hier ihre Lampe.»
Aber Dr. Alvaretz Schaute nur verdutzt
und murmelte was wie: «Der Krieg hat bereits begonnen.»
«So hier nehmen Sie ihre Lampe
und dann gehen wir alle nach Hause.» Ich steckte ihm die Lampe nun energisch
vor sein Gesicht.
«Anna der Krieg hat bereits
begonnen, ich kann den Frieden nicht wieder herstellen. Wir haben versagt.»
Dass der Wächter offensichtlich
meinen Namen kannte, machte mir nicht halb so viel Angst wie die Worte: Wir
haben versagt.
«Nein meine Mission war ihnen die
Lampe zu übergeben und diese mache ich nun.» Ich schwenkte die Lampe vor seinem
Gesicht hin und her.
«Nur wird sie den Krieg nicht
mehr beenden können. Der Krieg hat bereits begonnen und durch eure Täuschung,
dass die Elfen angreifen, hat ihr den Krieg schlimmer gemacht. Ihr müsst euren
Fehler wieder gut machen, sonst wird es die Welt, wie wir sie kennen, nicht
mehr lange geben.»
«Aber nur durch die Täuschung
gelang es uns, sie hier aufzuspüren und ihnen die Lampe zu übergeben.» Wieder
schwenkte ich mit der Lampe vor seinem Gesicht hin und her.
«Max sag doch auch mal was.»
Versuchte ich mir Hilfe zu holen.
«Dr. Alvaretz hat recht. Wir
haben den Krieg vorangetrieben. Wir müssen unseren Fehler wieder gut machen.»
Meinte er nachdenklich.
Was?!
Wie bitte?!
Das war aber nicht Teil der
Bestimmung! Ich habe meinen Teil doch erfüllt und sollte nun eigentlich wieder
nach Hause in mein altes langweiliges Leben dürfen. Mein Job, der auf mich in
der Kanzlei wartete, fühlte sich schon an wie aus einem anderen Leben und genau
dort wollte ich nun auch wieder hin.
«Anna, ich weiss, dass du
nachhause möchtest, aber denk daran, ihr Menschen braucht die Elfen und wenn
wir sie in dem Krieg vernichten, kannst du bald in kein Leben mehr zurückkehren,
weil dann kein Leben auf der Welt mehr existiert und das willst du doch nicht?»
Redete Maximilian eindringlich auf mich ein, während er mit seinen schönen
blauen Augen tief in meine schaute und mich sanft an meinem Oberarm festhielt.
«Natürlich nicht.»
«Also hilfst du uns.»
Ein widerwilliges «Ja» musste als
Antwort reichen.
«Haben sie einen Plan Dr.
Alvaretz?»
«Meine Kraft reicht nicht aus, dass
ich es selber tun könnte, aber ich kann euch in der Zeit zurückschicken. Ihr
müsst den Krieg verhindern. Sobald ihr dies erledigt habt, verleihe ich Raul
genügend Macht um euch zurück an den Ausgangspunkt zu Teleportieren.»
In diesem Moment kam Raul
hineingestürmt.
«Seid ihr soweit? Ich kann der
Zauber nicht mehr aufrechterhalten.»
«Wir sind bereit.» Antwortete Max
und umfasste meine und Rauls Hand, nickte Dr. Alvaretz zu und dieser schnippte
mit dem Finger und schon befanden wir uns in einer dunklen Seitenstrasse. Es
roch nach Müll und der Boden war Nass. Durch die drückende Hitze fing ich augenblicklich
an zu schwitzen.
«Wo zum Teufel sind wir.» Fauchte
Raul, während er Staub von seiner schwarzen Jacke wischte.
«Ich weiss nicht genau.»
Erwiderte Max, während er sich in der Gasse umsah.
«Dr. Alvaretz hat doch etwas von
in der Zeit zurückzuschicken gesagt.» Warf ich in die Runde.
Rauls Kinnlade viel runter und er
sah wirklich entsetzt aus.
«Wir sind in der Zeit
zurückgereist?»
«Ja, um den Krieg zu verhindern.»
«Und ihr hattet keine Zeit, den
Plan mit mir abzusprechen? Zeitreisen sind gefährlich.» Meinte Raul entsetzt.
«Wenn es dich beruhigt, wir
hatten auch keine Zeit, den Plan zu besprechen. Ich wüsste nämlich auch nicht,
ob ich damit so einverstanden gewesen wäre.» Versuchte ich Raul etwas zu
beruhigen.
«Anstatt das wir jetzt alle in Selbstmitleid
versinken, machen wir lieber einen Plan. Nach den Nummernschildern der Autos
sind wir in Italien.»
«Nach den Temperaturen ist es
Sommer. Sind nicht die Elfenmorde in Rom im Frühsommer geschehen?»
Maximilian nickte.
«Am besten gehe ich zum Clan und
versuche dort was herauszufinden und ihr geht zu den Elfen. Gib mir deinen Arm
Anna.»
Ohne zu zögern, streckte ich ihm
meinen Arm hin und er biss rein. Diesmal trank er jedoch mehr als sonst. Er trank
so viel, dass es richtig wacklig auf meinen Beinen wurde.
«Das sollte reichen bis Morgen.»
Meinte er mit so wenig Emotion in seiner Stimme, wie er nur konnte. Aber ich
sah an seinem Blick, den angespannten Gesichtsmuskeln und in der tiefe seiner
blauen Augen, dass er sich um mich sorgte.
«Und, was sagen wir, wenn wir
dort ankommen? Falls du was vergessen hast, wir sind keine Elfen.»
«Sag doch einfach Anna sei ein
Zauberlehrling und du unterrichtest sie. Um eine optimale Ausbildung zu
garantieren, möchtest du ihr die ganze Welt zeigen.»
«Keine schlechte Idee.»
«Leute, ich kann doch gar nicht
Zaubern.»
«Das wird schon funktionieren.»
Meinte Max, während er aus der Gasse auf die Strasse lief, ohne auch nur noch
einmal zurückzuschauen.
«Das wird schon funktionieren.»
Wiederholte Raul zuversichtlich und lief dabei ebenfalls aus der Gasse. Ich
eilte ihm hinterher.
«Wo finden wir die Elfen?»
«Na im Wald natürlich. Komm mit
und lerne meine Schülerin.»
«Ha ha ha. Dir ist schon bewusst das
das nur unsere Tarnung ist?»
«Ja aber willst du etwa
bestreiten, dass du das alles noch nicht wusstest?»
«Punkt für dich.» Zusammen liefen
wir zur Busstation und nach drei Mal umsteigen befanden wir uns nun etwas ausserhalb
der Stadt.
«Woher kanntest du den Weg?»
«Ach in den letzten fünfunddreissig
Jahren hat sich hier nicht so viel verändert.» Meinte er und schaute sich um.
«Du warst vor fünfunddreissig
Jahren schon einmal hier?»
«Ja ich habe acht Jahre in Rom
gelebt. Aber Wien hat mehr Charme.»
Raul erzählte mir noch ein paar
alte Geschichten, die er hier in Rom erlebt hatte, während wir so durch den
immer dichteren Wald liefen. Bei einem sehr grossen und dicken Baum blieb Raul
stehen und fing an zu murmeln: «Elf virtutis ostendit. Ostendit tibit. Elf virtutis ostendit. Ostendit
tibit.Elf viritutis ostendit. Ostendit Tibit.»
Wie aus dem nichts tauchte vor
uns plötzlich eine wunderschöne blonde junge Frau auf. Ihr Haar wirkte Golden
und passte zu dem goldenen Kopf und Haarschmuck, den sie trug. Ihre Ohren waren
spitz und mit einer sehr hohen pipsiger Stimme, die an Mickymaus erinnerte,
fragte sie: «Was wollt ihr?»
«Wir wollen die Elfen in Rom besuchen.
Ich bin Raul Gruber. Zauberer aus Wien und das ist mein Lehrling Anna Schmid.»
Murmelte er, während er sich vor der Elfe verborg. Erst als er meine Namen
nannte, richtete er seinen Oberkörper wieder auf. Überfordert mit der Situation,
macht ich einen Knicks. Notiz an mich selbst, ich sollte unbedingt googeln, wie
man Elfen begrüsst.
Ein «Hallo» kam scheu über meine Lippen.
«Guten Tag. Willkommen bei uns.
Folgt mir.» Sie tänzelte lässig durch den Wald in einem Tempo, bei dem Raul und
ich Mühe hatten, ihr zu folgen.
Nach einer Weile kamen wir auf
einen runden Platzt inmitten von Bäumen und da sahen wir sie. Sie war wunderschön.
Ihre Haut war Porzellan weiss und ihr schwarzes langes Haar legte sich über das
wunderschöne weisse Kleid, das sie Trug. Sie war übersäht mit goldenem Schmuck
und farbigen Blumen in dem Haar. Das musste die Königin sein. Neben ihrem Thron
standen schön aufgereiht ebenfalls wunderschöne Elfen.
«Willkommen hier in Rom. Ich habe
gehört, du willst deinem Schützling alles zeigen. Kommt tretet näher.» Meinte
die Königin mit einer engelsgleichen Stimme.
«Wir schützen die Natur und die
Natur schützt uns.» Fuhr die Königin fort, während sie einen Schmetterling auf
ihrer Hand landen liess.
«Setzt euch.» Befahl uns die Elfe,
die uns hergebracht hatte. Ich schaute mich um, aber weit und breit waren keine
Stühle zu sehen. Raul setzte sich also auf den Boden und ich tat es ihm gleich.
«Wollt ihr etwas trinken. Einen
Tee mit zutaten frisch aus dem Wald?» Fragte uns die Königin.
«Ja gerne.» Antwortete Raul und
ich meinte: «Nein Danke.» Aber kaum hatte ich die Wörter ausgesprochen, merkte
ich an den blicken, die mir auf einmal alle zuwarfen, dass dies ohne Zweifel
die falsche Antwort war.
«Sie meint natürlich Ja gerne. Sie
muss noch so viel lernen. Sie ist noch so jung.» Entgegnete Raul der Königin
mit einem theatralischen Tonfall.
«Wie sollen wir die Elfen beschützen,
wenn wir hier nur rumsitzen und Tee trinken? Ich meine, immerhin wissen wir
weder das heute für ein Datum ist noch wie viel Zeit uns noch bleibt, um den
Mord zu verhindern.» Flüsterte ich Raul, so leise ich nur konnte zu und
versuchte dabei meine Lippen so wenig wie nur irgend möglich zu bewegen.
«Gut Ding will Weile haben. Nur Geduld,
wir können hier überhaupt nichts ausrichten, wenn uns die Elfen nicht als ihre
Gäste akzeptieren und dafür müssen wir nun einmal uns so verhalten, als wären
wir ihre Gäste.»
Wie aus dem nichts tauchte nun
eine Elfe auf, die drei Teetassen in ihren Händen hielt. Sie reichte uns je
eine davon und wir tranken alle drei gleichzeitig den ersten Schluck. Der Tee
war wirklich gut. In diesem Moment spürte ich, wie mein Handy vibrierte. Ich
hatte eine SMS von Maximilian bekommen und darinstand:
Ich
bin im Vampirhotel Frateli della notte. Tommaso hat mich herzlich als Gast
aufgenommen und als Gast vom Clanführer höchst persönlich kann ich mich frei
bewegen und mich umhören. Bis jetzt habe ich jedoch noch nicht viel
herausbekommen. Ich hoffe, bei euch läuft es besser.
Liebe
Grüsse Max.
Da war uns Max wohl einen Schritt
voraus. Wir sassen immer noch wie blöde vor dem Thron der Königin und tranken
Tee. Dabei sprach niemand ein Wort, wodurch wir natürlich auch nichts erfuhren.
Ich versuchte mir meine Aufgeregtheit nicht anmerken zu lassen, aber langsam
wurde ich echt nervös. Wir hatten hier schliesslich einen Auftrag zu erledigen.
Nachdem wir alle ausgetrunken hatten,
entschuldigte sich die Königin und verliess uns.
«Kommt, ich zeige euch euer Bett.»
Meinte die Elfe, die uns hergebracht hatte mit ihrer pipsigen Stimme.
Wortlos folgten wir ihr.
«Habt ihr denn gar kein Gepäck?»
Die Elfe schaute uns fragend an.
«Nein wir können doch zaubern, da
braucht es kein Gepäck. So reist es sich leichter.» Reagierte Raul zum Glück schnell.
Die Elfe nickte und tänzelte weiter durch den Wald biss sie vor zwei
dunkelblauen Hängematten stehen blieb, die an zwei dicken grünen bäumen
befestigt waren.
«Ich nehme die obere.» Stellte
Raul schnell klar und schwang sich in die obere Hängematte. Ich setzte mich in
die untere und musste erstaunt zugeben, dass sie richtig bequem war.
«Wenn ihr irgendetwas braucht,
sagt es. Wir werden uns dann darum kümmern.» Piepste sie noch, bevor sie
schnell weg hüpfte. Endlich waren wir allein. Aber da der Wald sehr vermutlich Ohren
hatte und alles der Königin berichten würden, wäre es nicht klug gewesen, uns
hier zu sicher und frei zu fühlen.
«Was machen wir nun?» Wollte ich
von Raul wissen, in der Hoffnung, dass er einen Plan hatte.
«Hmmm das wird schwierig. Leider
hatten wir vor unserer Abreise keine Zeit, um nachzuforschen wer das erste
Opfer war. Also könnte es jede von ihnen sein.»
«Wohl war. Wir können nicht alle
gleichzeitig beschützen.»
«Doch zumindest für heute. Lass uns
ein Fest veranstalten, bei dem wir alle Elfen einladen. So eine Art Willkommensparty
für uns. Dann sind alle zusammen und es verschafft Raul ein bisschen Zeit, um
herauszufinden, welcher Vampir die Elfen ermorden will.»
«Gute Idee. Ich schreibe es Max.»
Hey
Max.
Wir
feiern heute Abend eine Willkommensparty mit den Elfen. Das sollte dir Zeit
verschaffen,
um herauszufinden. wer der Mörder ist.
Ich
wünschte du wärst hier.
Es ging nicht lange und da bekam
ich auch schon eine Antwort von Maximilian.
Dan
feiert mal schön=)
Ich
habe hier schon eine heisse Spur. Der Noctis Clan hält sich so gar nicht an das
Abkommen, das zwischen den Elfen und den Vampiren herrscht. Sie feiern
Menschenpartys. Das führt natürlich zwangsläufig zu Spannungen, vor allem
zwischen dem Clanführer und der Elfenkönigin. Ich bleibe an der Sache dran.
«Raul, was sind Menschenpartys?»
«Das sind Partys, bei denen die menschlichen
Gäste verspeist werden. Aber diese sind seit achtzig Jahren verboten. Die Vampire,
Magier und die Elfen schlossen dazumal nämlich ein Abkommen, das untersagt, das
Menschen getötet werden. Wieso?»
Ich gab Raul mein Handy und er
lass Maximilians Nachricht und lächelte dann zufrieden.
«Sieht aus, als hätten wir
unseren Täter.»
«Ich weiss nicht. Das scheint mir
irgendwie zu einfach. Tommaso ist ein Freund von Max. Ich denke nicht, dass er
zu so etwas fähig wäre.» Als ich den Satz beendet hatte, schwang sich Raul aus
seiner Hängematte und setzte sich neben mich. Er nahm meine Hand und umschloss
sie sanft in seinen. Sein Blick war weich und voller Mitgefühl.
«Anna, das sind Vampire. Ich
weiss das du denkst, dass du in Maximilian verliebt bist, aber lass deine Gefühle
nicht dein Urteilsvermögen beeinflussen. Tommaso ist ein Vampir. Ein Vampir,
der gegen das Abkommen verstösst und Menschen tötet. Daher ist die Wahrscheinlichkeit
gross, dass ein Elf zur falschen Zeit am falschen Ort war und etwas sah, das
sie nicht sehen sollte. Damit diese nichts verraten konnte, hat er sie
umgebracht. Das ist nicht zu leicht Anna, sondern sehr wahrscheinlich.»
Eine Weile sassen wir beide
einfach so da und ich liess Rauls Worte auf mich wirken. Ich konnte immer noch
nicht begreifen, dass Maximilian wirklich ein Vampir war. Ein Monster. Obwohl
ich schon ein paar Mal gesehen hatte, wie er sich verwandelte, dass er Menschen
verletzte oder gar umbrachte, konnte und wollte ich nicht glauben. Die Hände,
mit denen er mich schon so oft beschützt hatte, sollen anderen unschuldigen Schaden
zugefügt haben?
Eine Träne rollte mir das Gesicht
hinunter.
«Du hast recht.»
«Tut mir leid Kleines.»
«Lass uns eine Party feiern.»
Zum Glück waren die Elfen von der
Idee mit der Party begeistert und so hatten wir im nun allerhand zu Planen für
die grosse Party. Ein paar Elfen boten uns ihre Hilfe an, die wir natürlich
dankend annahmen.
Es wurden Weisse Tische und
weisse Stühle auf dem Platz aufgestellt. Am Rande befand sich ein rissen Buffet
mit allen Lebensmittel, die die Natur hergab. Kurz vor dem Start der Party
übergaben uns die Elfen noch Partykleider als Geschenk.
Ich stieg in mein kurzes weisses
Kleid, das Komplet aus Spitze war. Es war traumhaft schön. Raul bekam einen komplett
weissen Anzug mit einer violetten Fliege.
«Bereit zu feiern.» Raul streckte
seinen Arm so hin, dass ich mich einhacken konnte. Zusammen liefen wir zum Platz.
Dort waren schon sehr viele Elfen versammelt und tanzten fröhlich. Andere waren
am Essen oder unterhielten sich. Nur von der Königin war keine Spur zu sehen.
Ich ging zum Buffet und schöpfte
mir etwas Salat. Raul tanzte währenddessen mit den Elfen auf der Tanzfläche.
Und so geht es weiter: Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Eure Ava Meier versucht zu schreiben...
Kapitel Übersicht:
Kapitel 1 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 2 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 3 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 4 Die Botin Der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 5 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 6 die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 7 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 8 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kapitel 11 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Kommentare
Kommentar veröffentlichen