Kapitel 7 Die Botin der Elfenlampe

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Als wir nach dem Joggen die Treppe hochgingen, stand da eine junge Frau vor seiner Türe.

«Happy Birthday Max!» Trötete sie, während sie ihm um den Hals viel.

«Hey Becky. Schön dich zu sehen.» Meinte er, während nun auch er seine Arme um diese Frau schlang. Ich musterte sie. Sie war gross, bestimmt eins siebzig und ihre langen blonden Haare gingen fast bis zu ihrem schönen runden Po.

Nun bemerkte diese Becky mich.

«Oh hast du eine Freundin?» Meinte sie, während sie sich aus der Umarmung löste und mir ihre Hand entgegenstreckte.

«Hey, ich bin Becky.»

«Hallo, ich bin Anna.» Meinte ich, während ich ihre Hand nahm und sie schüttelte.

Maximilian schien die Situation etwas unangenehm.

Als wir die Wohnung betraten, standen wir alle etwas ratlos in dem Wohnzimmer.

«Wer möchte einen Drink?» Meinte Becky und lief zu der Baar, die im Wohnzimmer an der Wand stand.

«Ich nehme einen. Anna braucht nichts, sie geht Duschen.» Meinte Maximilian mit einer strengen angespannten Stimme. Autsch, hat er mich wirklich aus dem Wohnzimmer geworfen? Ich stand da und starte ihn an. Er schaute aber nur kurz zu mir und ging dann zu Becky an die Baar. Also verliess ich das Wohnzimmer. Nun war ich schon etwas verwirrt, hatte Maximilian heute Geburtstag? Wer war diese Frau? Und wieso warf er mich praktisch aus dem Wohnzimmer?

Diese Fragen stellten sich mir abwechslungsweise. Aber plausible Antworten wollten mir keine in den Sinn kommen.

Als ich frischgeduscht und umgezogen das Wohnzimmer betrat, sassen beide auf dem Sofa und schwelgten in Erinnerungen. Beide lachten herzhaft und beide hatten ein Glas mit einer tiefroten Flüssigkeit darin.

Diese Becky war also auch ein Vampir. Wollte er mich deshalb aus dem Zimmer haben?

«Hey Anna, da bist du ja wieder.» Meinte Becky freundlich, als sie mich im Türrahmenstehen bemerkte.

«Komm zu uns. Setz dich.» Meinte sie, während sie auf dem Sofa ein wenig auf die Seite rutschte, um mir somit Platz in der Mitte zu machen.

Ich setzte mich als zwischen die beiden.

«Wie lange kennst du Max schon?»

«Ehrlichgesagt noch nicht so lange.»

«Becky, hör auf, sie auszufragen.»

«Ich frage sie doch gar nicht aus. Also was machen wir heute Abend?»

«Ehrlichgesagt hatte ich nichts geplant. Bleiben wir doch einfach in meiner Baar.»

«Okay machen wir. Kommen die andern auch, oder?»

«Ja, ich denke schon.»

«Oh cool, ich habe sie schon ein Jahr nicht mehr gesehen, wird also Zeit» Meinte die blonde Schönheit lächelnd.

Ich wollte unbedingt mit Maximilian kurz allein sprechen, um ihn zu fragen, wer diese Frau war und ob ich zur Party heute Abend auch eingeladen sei. Irgendwie wäre ich ein bisschen gekränkt, wenn nicht, da ich mich wirklich gut mit Max verstand. Aber andererseits, wäre es mir auch unheimlich an eine Party zu gehen, auf der es wahrscheinlich von Vampiren nur so wimmeln wird.

Warte mal war die Baar vielleicht immer voll mit Vampiren, hiess sie deshalb World Vamp. Bar?

Dies musste ich Max unbedingt auch noch fragen, aber er schien kein grosses Bedürfnis zu verspüren, mit mir allein zu sprechen. Er sass lässig auf dem Sofa und tippte etwas in sein Handy.

Kurze Zeit später klopfte es an der Türe, Max stand auf und öffnete sie. Ich konnte nicht sehen, wer reingekommen war, aber die tiefe Stimme kam mir bekannt vor und als er das Wohnzimmer betrat, sah ich, dass es Raul war.

«Hey Anna, bist du dann so weit?»

Verblüfft schaute ich in die Runde, soweit für was?

Becky schien ebenfalls verwundert und Max starrte den Boden an.

Okay, ich verstehe, ich war also nicht eingeladen und wurde zu Raul abgeschoben.

«Ich hole nur noch kurz meine Tasche.» Meinte ich und stand energisch auf. Im Schlafzimmer schnappte ich meine Handtasche und aus meiner Reisetasche eine Jeans und ein T-Shirt. Ich wusste ja schliesslich nicht, wie lange ich bei Raul bleiben sollte.

«Hey Anna sei nicht sauer. Glaub mir, es ist zu deinem Besten.»

Ich drehte mich um und hinter mir stand Max.

«Nein, ich bin nicht sauer, alles gut. Wieso sollte ich auch sauer sein?»

«Anna, ich kann Gedanken lesen und weiss, dass du sauer bist. Also können wir diesen Teil der Unterhaltung einfach überspringen und kommen gerade zu dem Teil, bei dem ich dir erkläre, dass ich es überhaupt keine gute Idee finde, wenn du in einer Baar mit lauter Vampiren bist. Und ich dich gegen so viele Vampire nicht beschützen kann. Ganz zu schweigen, dass mir der Ehrenkodex es nicht gestatten würde, gegen meinen Clan zu kämpfen. Allein könnte ich dich in der Wohnung ja aber auch schlecht lassen, so ganz ohne Schutz. Deshalb habe ich Raul um Hilfe gebeten. Er wird heute Abend und Nacht auf dich aufpassen.»

«Du hast was?» Platzte es laut und fassungslos aus mir heraus.

Maximilian schaute mich etwas verwirrt an.

«Ich habe Raul um Hilfe gebeten.»

«Nicht das du Arsch. Du hast meine Gedanken gelesen?»

«Ja.» Meinte er und es schien ihm auch nur unangenehm zu sein, dass ich ihm das nicht einfach durchgehen lasse.

«Wie? Wieso? Hast du schon mal etwas von Privatsphäre gehört?»

«Na ja ich kann, wenn ich mich fest konzentriere, die Gedanken der Menschen lesen und zu dem wieso, du schienst verärgert und ich wollte wissen weshalb.»

«Ein Gespräch war da offensichtlich keine Option.» Entgegnete ich ihm sarkastisch.

«Nein. Ich dachte, es gäbe weniger Drama, wenn wir nicht reden und siehe da, ich hatte recht.»

«Alles Gute zum Geburtstag.» Nuschelte ich mit Blick zum Boden, während ich das Zimmer verliess.

«Ich bin soweit. Wir können gehen.»

Raul stand auf und wir verliessen die Wohnung. Becky rief uns noch zu, dass sie uns einen schönen Abend wünsche, bevor die Türe ins Schloss fiel.

«Alles okay?» Wollte Raul wissen, während wir die Treppe runtergingen.

«Ja.» Gab ich ihm einsilbig als Antwort. Wie konnte ich mich nur in Max verlieben? Der gestrige Abend und der heutige Morgen waren zwar verrückt, aber ich fühlte mich ihm nahe. So nahe habe ich mich schon lange niemandem mehr gefühlt.

Als wir das Haus verliessen und auf der Strasse standen, ging gerade die Sonne auf.

«Mein Auto steht gleich hier vorne.» Meinte Raul und zeigt auf einen silbernen BMW.

Wir stiegen ein und fuhren zu Rauls Wohnung. Die Fahrt verlief still. Ich war nicht gerade im Plaudermodus. Als wir bei ihm angekommen waren, zeigte er mir sein Gästezimmer und ich verkroch mich ein wenig darin und gab vor, ich packe aus. Er wusste ja nicht, dass ich nur eine Jeans und ein T-Shirt dabeihatte.

Aber nach ein paar Minuten wurde es mir auch schon langweilig und ich spazierte langsam in das Wohnzimmer. Auf dem Weg bestaunte ich seine Einrichtung. Alles was in der Wohnung stand, wirkte antik.

«Gefällt dir meine Einrichtung?» Raul sass mit einem Drink auf seinem roten Stoffsofa und lass etwas in einem Buch.

«Ja. Es wirkt alles antik, woher hast du das ganze Zeugs?»

«Na ja ich bin halt ein Sammler, da kommt über die Jahre einiges zusammen.» Meinte er lächelnd.

«Du bist höchstens zwanzig, so viel kannst du gar nicht gesammelt haben und das Zeugs sieht echt alt aus.» Gab ich ungläubig zurück. Aber Raul schaute mich nur an.

«Wie soll ich sagen, der Schein trügt manchmal.»

«Wie meinst du das? Sind die Sachen alle neu und sehen nur so alt aus oder bist du…» Ich sprach nicht weiter, denn eigentlich konnte es ja gar nicht sein, dass er schon so alt war. Selbst wenn er die beste Verjüngungscreme benutzte, die es gibt. Aber die letzten Tage haben mich gelehrt es gab nichts, dass es nicht gab. Oder?

«Wie alt bist du?»

«Ich bin nun zweihundertfünfzehn Jahre alt. Die Zeit vergeht echt wie im Fluge.» Antwortete er. Seine Stirn lag dabei in Falten und er stand auf und lief zum Fenster.

Ich musste erst einmal leer schlucken. Man könnte meinen, dass mich mittlerweile nichts mehr so schnell schockierte, aber so war es nicht.

«Maximilian hat heute meine Gedanken gelesen, kannst du das auch?»

«Nein, ich bin ein Magier, wir können solche Sachen nicht.»

«Was meinst du mit solche Sachen?»

«Wir sind neutral. Die Elfen beschützen die Menschen und die Vampire zerstören sie. Wir Magier stehen da irgendwie dazwischen und mischen uns nicht bei den Menschen ein.»

«Wie zerstören Vampire die Menschen?»

«Na ja wenn man mal das offensichtliche weglässt, das sie menschliches Blut als Hauptnahrungsquelle brauchen, dann wäre da noch die Gedankenmanipulation.»

«Gedankenmanipulation, was ist das?»

«Ein Vampire kann deine Gedanken beeinflussen. Er kann somit dein Handeln und deine Erinnerungen lenken.»

Ich starte schockiert ins Leere.

«Mann nennt sie nicht einfach nur so Monster der Nacht.»

Raul hatte recht, das waren wirklich Monster. Sie lassen einfach unsere Gedanken und konnten diese beeinflussen.

Aber Maximilian wirkte gar nicht wie ein Monster.

Okay, er lass meine Gedanken, aber….

Warte hat er meine Gedanken auch beeinflusst. Ich sprang aus dem Sofa auf.

«Beeinflusste Maximilian meine Gedanken ebenfalls?»

«Woher soll ich das denn wissen?»

«Ich brauche frische Luft.»

Ich verliess die Wohnung und drückte auf den kleinen runden Knopf, um den Fahrstuhl zu holen.

«Anna, du kannst nicht einfach weg.» Rief mir Raul nach, während er mir hinterher sprintete.

«Doch kann ich. Keine Angst, ich komme auch wieder zurück. Aber seit ich gestern hier gelandet bin, ist ziemlich viel passiert und ich brauche Zeit um das alles zu verarbeiten. Also lass mir bitte kurz Zeit, um mal kurz um den Block zu gehen.»

«Okay.»

Raul schaute mich besorgt an.

Der Aufzug öffnete seine Türen und ich stieg ein. Wir schauten uns noch an, bis sich die Türen schlossen. Ich atmete erleichtert auf als sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte. Wo war ich da nur hineingeraten?

Ich meine, es war ja schon mein Ziel, auf meiner Reise eine Menge Abenteuer zu erleben. Damit meinte ich in einen Wildwasserpark auf der gefährlichsten Rutsche hinunterzurutschen oder mit einem Elefanten durch den thailändischen Wald reiten. Ganz bestimmt nicht so was.

Während ich so durch die Strassen lief, wurde mir klar, dass auch so sehr ich mich dagegen wehrte, ich nichts gegen mein Schicksal machen konnte und ich nur einen Ausweg aus dem ganzen Schlamassel hatte. Ich musste die Lampe so schnell wie möglich dem Wächter übergeben. Dann wäre das alles vorbei und ich könnte wieder nach Hause und Maximilian vergessen. Irgendwann würden meine Erinnerungen an dieses Abenteuer verblassen und ich würde mich fragen, ob das wirklich alles passiert sei. Es würde zwar wahrscheinlich ein paar Jahre gehen. Aber möglich war es durchaus.

Und so geht es weiter: Kapitel 8 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

Kapitel Übersicht:

Kapitel 1 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 2 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 3 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 4 Die Botin Der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 5 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 6 die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 7 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 8 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 11 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

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