Kapitel 11 Die Botin der Elfenlampe

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Als ich am nächsten Morgen in meiner Hängematte erwachte, fühlte ich mich alles andere als erholt. Mein Rücken schmerzte und mein Kopf brummte. Ich schob meine Schmerzen auf das nächtliche Schlafen in der Hängematte und hoffte das meine Symptome nicht schon wieder Entzugserscheinungen waren. Heute mussten wir uns konzentrieren, denn ich war fest entschlossen, den Mörder schnell zu fassen, um wieder zurück in die Zukunft zu reisen. Irgendwie vermisste ich heute meinen Vater und meinen Bruder sehr. Ja, sogar die Kanzlei fehlte mir langsam wirklich.

Da Raul nicht in seiner Hängematte war, tippte ich die Nachricht schnell in mein Handy und schickte sie Maximilian.

 

Raul und ich werden heute die Elfen mit der Hilfe eines Portales beschatten.

Was machst du heute so?

 

Max musste ja nicht schlafen, also was tat er die ganze Zeit?

«Na hast du ausgeschlafen?»

«Leider habe ich nicht so gut geschlafen. Musst du auch schlafen?»

«Natürlich.»

«Und Max?»

«Er ist tot, also nein. Gehen wir. Ich habe nachgesehen, mindestens drei Elfen sind nicht im Lager.»

Ich stand auf und gab ihm meine Hand. Raul murmelte etwas und wieder erschien violett glitzerndes Licht vor seiner Hand und wir gingen hindurch.

Raus kamen wir in einem Stadtteil von Rom. Um uns herum war ein hektisches Treiben. Autos fuhren und hupten wild durcheinander und die Fussgänger schritten den Gehweg rauf und runter.

«Hier im Kaffee.» Raul zeigte mit dem Finger auf die Elfie vom Wald. Sie sass mit ein paar jungen Frauen in einem Kaffee, an einem runden kleinen Tisch.

«Sehen die Menschen, dass sie eine Elfe ist?»

«Hast du jemals eine Elfe gesehen, bevor wir dir von ihnen erzählt haben?»

«Nein.»

«Menschen sehen zwar die Elfen, nehmen sie aber nicht als Elfen wahr, sondern der Kopf registriert sie als Mensch. Nur Menschen, die Wissen, das es Elfen gibt, können diese auch als solche wahrnehmen.»

Kurz überlegte ich, ob echt in meinem Freundeskreis auch Elfen waren und ich das bis jetzt einfach nie bemerkte.

Mein Handy vibrierte in meiner Hosentasche.

 

Bei mir gibt es nichts Neues.

Wo seid ihr?

Portalreisen sind kräftezehrend. Ich möchte dich in meiner Nähe wissen. Nicht das dir noch etwas passiert.

 

Ein Lächeln huschte mir über die Lippen. Er sorgte sich um mich. Er wollte mir zwar offensichtlich nicht mitteilen, wie er seine Zeit hier in Rom verbrachte, aber er sorgte sich um mich.

«Hat Maximilian etwas herausgefunden?»

«Nein, er möchte, wissen wo wir sind, dann kommt er zu uns.»

«Das ist gut. So kann er diese Elfe im Auge behalten, während wir zu den anderen Reisen.»

Ich schaute mich um und fand einen Strassennamen und sogar eine Hausnummer an einer Hausfassade. Schnell simste ich diese an Max und es ging nicht lange, schon sah ich ihn die Strasse Hochgehen. Er trug eine schwarze Lederjacke, die seine blonden Haare zum Glänzen brachte.

«Gut, das du hier bist, dann kann jeder von uns die Überwachung einer Elfe übernehmen.» Meinte Raul, als Maximilian uns erreicht hatte.

«Kommt nicht infrage. Ich werde Anna unter keinen Umständen allein lassen.»

«Aber so sind wir ineffizient und wenn wir scheitern, scheitert Anna in ihrer Mission. Wir haben alle Handys und sobald was passiert Simsen wir den anderen. In null Komma nichts bin ich vor Ort, um zu helfen.“

Ich sah die Besorgnis in Maximilians blauen Augen.

«Das wird schon gut gehen.» Meinte Raul, er schnappte sich meine Hand und fing an, ein neues Portal zu erschaffen.

«Warte hast du gegessen. Nicht das wir am Schluss dich noch verdächtigen müssen.» Raul hielt in seinen Bewegungen inne, während wir auf die Antwort von Max warteten.

«Macht euch um mich keine Sorgen, ich habe gegessen.»

«Jemanden, denn wir kennen.» Scherzte ich, um die Situation etwas aufzulockern. Denn ehrlichgesagt machte mich das allein eine Elfe zu beschatten, die womöglich von einem psychopathischen Killer verfolgt wurde, doch etwas nervös. Um nicht zu sagen, jagte mir Angst ein.

Mit der ganzen Vampirwelt zurecht zukommen war schon schwer genug. Aber jetzt auch noch ganz allein auf Mission gehen, versetzte mich in Panik.

Da ich wusste, dass Max dies an meinem Herzschlag hörte, versuchte ich also eher mich und ihn etwas zu beruhigen.

Seinen harten Gesichtszügen nach zu urteilen, gelang es weder bei ihm noch bei mir.

Inzwischen hatte Raul das Portal erschaffen und schnappte meine Hand. Zusammen gingen wir durch das Portal und landeten auf einem, hmm was war das?

Ich sah mich um, überall standen Autos aber nicht schön parkiert, sondern manche waren sogar aufeinandergestapelt und sah ich da etwa eine Maus über denn Platz rennen?

Aber noch bevor ich laut aufschreien konnte, sah ich die Elfe. Sie lief schnellen Schrittes über den Schrottplatz.

«Kann ich dich alleine lassen?» Fragte Raul.

«Ja.» Sagte ich so überzeugend, wie ich nur konnte.

«Denk dran, wenn was passiert, benutze dein Handy.»

Als Antwort streckte ich mein Handy in die Luft und Raul verschwand durch das Portal.

Mist, nun hatte ich die Elfe aus den Augen verloren. Doch wenn ich sie suchen wollte, musste ich hinter dem Auto hervorgehen. Ich nahm all meinen Mut zusammen und trat hervor und schaute mich um. Doch plötzlich traf mich was am Kopf. Ein stechender Schmerz durchströmte meinen Körper.

Ich erwachte in einem dunkeln Keller. Keine Ahnung, wie lange ich bewusstlos gewesen war. Bequem war der Stuhl, an dem ich mit meinen Händen und Füssen gefesselt war, nicht. Mein Schädel brummte und mein Rücken schmerzte und ich musste mich ganz schön anstrengen, um in diesem grellen Licht überhaupt etwas zu sehen. Langsam, aber sicher wurde das Bild vor meinen Augen immer etwas klarer. Doch so richtig glauben konnte ich nicht, was ich da sah. Ungefähr fünf Meter vor mir lag Aurora an einen Tisch gefesselt. Die Elfenkönigin stand daneben und nahm etwas aus einem Glas. Angestrengt kniff ich die Augen zusammen. Waren das etwa Vampirzähne?

Es sah ganz danach aus.

«Die Vampire sind ausser Kontrolle. Sie werden uns alle noch vernichten, wenn wir jetzt nichts unternehmen. Als Königin ist es meine Pflicht, das zu beenden. Die Vampire müssen ausgerottet werden. Nur so ist die Welt sicher.»

Ich konnte Auroras Angst sehen.

«Keine Angst, du stirbst für einen guten Zweck.»

«Hey!» Schrie ich und beide schauten nun zu mir.

Oh Mist. Dieses hey war nicht wirklich durchdacht. Was sollte ich jetzt nur tun?

Viel machen konnte ich nicht, da ich ja mit Händen und Füssen an den Stuhl gefesselt war. Als blieb mir nicht anderes übrig, als Zeit zu schinden.

«Was hast du vor?» Fragte ich die Königin in der Hoffnung, dass sie mir den ganzen Plan erläutern würde. Und siehe da, ich hatte Glück. Ebenfalls zu meinem Glück öffnete sich, kurz bevor die Elfenkönigin zu Ende erzählt hatte, ein Portal. Raul kam aus dem Portal hervor und murmelte: «Fosilus nunconius.» Die Elfenkönigin versteinerte und Raul eilte Aurora zu Hilfe. Keine Sekunde später flog die Kellertüre durch den Raum und Max stand eben mir.

«Vampirgeschwindigkeit.» Antwortete Max auf meinen verwirrten Blick.

Ach ja, ich vergass immer, dass Vampire auch Vorteile hatten, dir mir durchaus gefielen. Und die Vampirgeschwindigkeit war nur eine davon. Noch besser gefiel mir ihre Stärke.

«Du zitterst ja am ganzen Körper.» Seine Stimme war weich. So weich hatte ich sie noch nie gehört. Er befreite mich sanft von meinen Fesseln, bevor er mich mit seinen starken Armen umschloss. Es tat so gut, mich an seine mächtige Brust zu lehnen und seine Stärke und Wärme zu spüren. Sanft legte Maximilian seinen Kopf auf meinen und während wir im Gleichtakt atmeten, merkte ich, wie die Anspannung langsam von mir abfiel.

«Alles in Ordnung?» Hörte ich Raul hinter meinem Rücken fragen.

«Ich denke sie steht unter Schock.»

«Soll ich euch ins Hotel Frateli della notte teleportieren? Da hat sie bestimmt etwas Ruhe und kann sich hinlegen. Ich denke, bei den Elfen könnte es angesichts der Ereignisse etwas turbulent werden.»

«Nein.»

«Aber Anna Raul hat recht, etwas ruhe wird dir guttun.» Redete Max beruhigend auf mich ein. Danach strich er sanft durch mein Haar.

«Beiss mich. Dies wird mir die nötige Energie geben.» Ich zog meine Jacke aus und krempelte den Ärmel meines Pullovers hoch.

«Das wird das letzte Mal sein. Hast du mich verstanden?» Antwortete er, während er lustvoll meinen Unterarm anstarrte. Ich nickte und schon spürte ich, wie sich seine Hände fest um meinen Unterarm schlossen und diesen zu seinem Mund hinbewegte. Dann durchdrang mich der schmerzt seines Bisses und es ging nicht lange, bis sein Gift wie eine warme, leicht brennende Welle durch meinen Körper strömte.

Keine dreissig Sekunden später fühlte ich mich wach und vor allem stark. So als könnte ich es mit der ganzen Welt gleichzeitig aufnehmen. Ich hasste, wie sehr ich dieses Gefühl mochte. Denn ich wusste, dass ich es nun das letzte Mal spüren würde.

Ich musste es geniessen solange es noch anhielt.

«Gehen wir und bringen diese Statur den Elfen.» Fragte ich in die Runde.

«Ja sollen die Elfen entscheiden, wie sie bestraft werden soll.»

«Hauptsache sie lassen ab jetzt die Vampire in Ruhe.» Brummte Max, während Raul ein Portal für uns öffnete.

Zurück bei den Elfen mussten alle getrennt voneinander die Ereignisse schildern. Ich sah, wie Max immer wieder zu mir hinüber schielte. Ich sehnte mich nach den Zeiten, in denen ich in seiner Wohnung unbeschwert in seinen Armen lag. Egal wie die Elfen entscheiden würden, unsere Mission war hier und jetzt beendet. Was würde das nun für uns bedeuten?

Noch bevor ich mich in meinem Gedankenkarussell verheddern konnte, zogen sich die Elfen zur Beratung zurück. Übrig blieben nur ich, Max und Raul.

«Wie geht es nun weiter.» Die Frage war nur ein Flüstern. Zu sehr fürchtete ich mich vor der Antwort.

«Nun ja, ich denke, die Elfen werden entscheiden, wie ihre Königin bestraft wird und hoffentlich wählen sie bei der Gelegenheit auch gleich eine neue Königin.» Antwortete Raul.

«Ich meine, wie es mit uns weitergeht?»

«Wir werden zurückreisen. Unsere Mission war klar und diese haben wir nun erfüllt.» Gab Max barsch zurück.

«Wie weit zurück?»

«An den Anfang. Wir reisen zu dem Zeitpunkt zurück, als der erste Mord passierte. Dann ist alles so als wäre das alles nie passiert und wir kehren in unsere alten Leben zurück. Mission erfüllt.» Antwortete Raul.

Man konnte Max angespannten Gesichtszügen deutlich entnehmen, dass ihm diese Unterhaltung ganz und gar nicht gefiel.

«Aber wir lernten uns erst im Oktober kennen.» Entgegnete ich entsetzt. Was hiess das für uns. Würden wir uns dann nicht mehr kennen?

„Das spielt keine Rolle. Wir reisen ja in eine alternative Gegenwart zurück. Da es keinen Krieg geben wird, wirst du auch keine Botin etc. etc. Du verstehst, was ich damit sagen möchte. Es kommt nicht darauf an, ihr werdet euch nicht mehr aneinander erinnern können.“ Antwortete mir Raul. Fast schon so, als könnte er meine Gedanken lesen.

«Gibt es keinen Weg, wie wir unsere Erinnerungen behalten können?» Fragte ich voller Verzweiflung. Ich wollte nichts hiervon vergessen. Ich habe so hart gekämpft und musste mehrfach über mich hinauswachsen. Nein das konnte es jetzt doch nicht einfach gewesen sein. Nein, das konnte einfach nicht sein!

«Ehrlich gesagt würde es da schon ein Weg geben.» Antwortete Raul vorsichtig.

«Nein.» Entgegnete ihm Max jedoch sogleich mit einem harten Tonfall. Aber mich liess diesen erwähnten Weg voller Hoffnung aufhorchen.

«Was für einen Weg?»

«Vergiss es. Es gibt keinen.»

«Lass Raul Antworten.»

«Wir müssten durch einen Zauber die Vergangenheit mit der Gegenwart miteinander verschmelzen.»

«Ja.» Schoss es voller Erleichterung aus mir heraus.

«Nein.» Max Antwort klang hart und verletzte mich.

«Wieso?»

«Du musst mich vergessen Anna. Wenn du überleben willst, musst du mich vergessen!»

«Nein. Nein, ich möchte dich nicht vergessen. Auf keinen Fall. Max, ich habe mich in dich verliebt und es kommt nicht infrage, dass ich euch jetzt einfach vergessen werde. Nicht nach all dem, was wir durchgemacht haben. Bevor du und Raul in mein Leben tratst, hatte ich vor allem Angst und ein Gefühl der Leere. Aber seit ich euch kenne, ist mein Leben zwar nicht einfacher geworden, doch dafür erfüllter.»

«Anna, ich bin nicht gut für dich. Was ist, wenn ich einmal hungrig bin und die Kontrolle verliere?»

«Ich vertraue dir.»

«Ich mir aber nicht.» Ich konnte seinen schmerzt förmlich n seinen tiefblauen Augen sehen.

«Ich verstehe, dass du Angst hast. Aber du musst dich deiner Angst stellen. Genauso wie du es auch schon Dutzende Male von mir erwartet hast. Liebe ist beängstigend, aber ich bin mir sicher, dass wir einen Weg finden werden.»

Ich konnte förmlich sehen, wie er mit sich rang. Einerseits wollte er mich anscheinend vergessen. Andererseits konnte ich seine Liebe zu mir in seinen blauen Augen sehen. Ich konnte sehen, wie sich immer, wenn er mich ansah, ein Lächeln über seinem Gesicht ausbreitete. Ich konnte seine Liebe spüren, die er für mich empfand. Natürlich konnte ich auch sein Leid und seine Abgründe tief in seine Augen sehen. Vor allem wenn er hungrig war. Oder mir von sich und seinem Lebensstil erzählte. Aber diese Dunkelheit war mir egal. Ich wusste, dass sie zu ihm gehörte, ihn aber nicht ausmachte. Er war ein guter Mensch. Hmm, okay, eher ein guter Vampir. Hmm, nennen wir ihn doch einfach Person. Er war eine gute Person. Dies bewies er mir in den letzten Wochen täglich. Mehr brauchte ich nicht zu wissen, um zu wissen, das ich mir ein Leben, ohne ihn zu kennen, mir nicht mehr vorstellen wollte.

«Ich möchte dich nicht vergessen! Und ich weiss das es dir gleich geht. Das verraten mir deine Augen. Gib uns eine Chance.» Flehte ich ihn an.

«Wenn es schief geht, kannst du dir sicher sein, dass ich dir sagen werde: Ich habe es dir ja gesagt.» Scherzte er, während er seine Arme um mich schlang und mir einen Kuss gab.

In diesem Moment kamen die Elfen zurück.

«Wir haben unser Urteil gefällt. Die Elfenkönigin ist mit sofortiger Wirkung keine Königin mehr und sie wird bis in alle Ewigkeit eingesperrt. In zwei Tagen wählen wir eine neue Königin. Im Namen aller Elfen danken wir euch für die Aufklärung dieses äusserst delikaten Falles.»

«Das haben wir gerne gemacht. Nun müssen wir aber dringend weiter.»

Alle nickten einander einmal zu, bevor wir den Wald verliessen. Ausnahmsweise mal zu Fuss.

«So, wir müssen nun zurückreisen, habt ihr euch entschieden?» Fragte Raul.

«Ja verschmelze die Vergangenheit mit der Gegenwart.» Antwortete ich überzeugt. Maximilian sagte nichts dazu und Raul fing an, das Portal zu öffnen und murmelte dabei unverständliches Zeugs.

Und Schwups gingen wir auch schon durch das Portal.

Auf der anderen Seite erwartete uns laute Musik und ein fröhliches Fest.

«In welcher Vergangenheit sind wir gelandet?» Fragte ich in die Runde.

«In meiner. Also haltet Ausschau nach mir. Wenn wir mich gefunden haben, muss ich meinem anderen ich in die Augenschauen und in dem Moment, in dem sich unsere Blicke treffen, verschmelzen wir und somit auch meine Vergangenheit mit der Gegenwart. Falls ihr mich sucht, ich bin an der Bar.»

Wie immer machte Raul nicht nur das beste aus der Situation, sondern genoss sie auch in vollen Zügen.

Da die Musik wirklich zum Tanzen einlud, beschloss ich auf der Tanzfläche nach dem andern Raul Ausschau zu halten. Max wollte bei den Tischen nachsehen gehen.

Meine Suche blieb jedoch erfolglos. Aber plötzlich sah ich in einem Augenwinkel, wie er an mir vorbeilief. Raul sah ihn auch und kam von der Bar zu mir hinüber und schaute dem anderen Raul tief in die Augen und puff ohne Rauch oder einem Windstoss verschwand der andere Raul. War es das etwa schon? Ich hatte mir das viel spektakulärer vorgestellt. Nun stand auch Max bei uns und gab uns mit einer Kopfbewegung zu verstehen, das wir uns richtig Ausgang bewegen sollen.

«War es das?» Fragte ich Raul, als wir draussen standen.

«Ja und nun auf zu Maximilians Zweitem ich.»

Und schon wieder gingen wir durch ein Portal. Die andere Seite des Portals kam mir bekannt vor. Es war Maximilians Bar. Das würde einfach werden, dachte ich mir. Aber was ich dann sah, gefiel mir so gar nicht. Er nahm die Hand einer Blondine und ging nach draussen. Maximilian zuckte entschuldigend mit der Schulter und meinte: «Wartet hier, ich bin gleich zurück.»

Raul schlendert zur Bar und setzte sich auf einen der Barhocker. Aber ich wollte nicht hier warten, also lief ich Maximilian nach. Draussen sah ich wie der andere Maximilian der Blondine in den Hals gebissen hatte und von ihrem Blut trank. Maximilian stand einfach so da und machte nichts. Sprachlos blieb ich hinter ihm stehen. Der andere Max hat inzwischen fertig getrunken und löschte das Gedächtnis der Blondine, in dem er ihr hypnotisierend in die Augen sah und sagte, sie solle vergessen, was passiert sei. Die Blondine ging an uns vorbei, zurück in die Baar. Während sich die beiden Maximilians in die Augen sahen und verschmolzen.

«Versprich mir, dass es ab jetzt nur noch Blutkonserven vom Spital für dich gibt.»

«Versprochen.» Er schlang seinen Arm um mich und küsste mich auf die Stirn.

Als wir wieder bei Raul waren, gingen wir ein letztes Mal durch das Portal.

Heraus kamen wir in Griechenland. Genauer gesagt auf einem Ponyhof. Wir mussten mein anderes ich auch gar nicht lange suchen, da sie gerade mit einem Haflinger auf uns zu, zum Putzplatz lief.

«Und, du bist dir sicher, dass du dies machen willst. Es ist deine letzte Chance. Wir können immer noch umdrehen und einfach so zurückreisen.» Fragte Max. Seine Besorgnis, die in seiner Stimme mitschwang, war nicht zu überhören.

Es war mir bewusst, dass ich mit Absicht die letzte war, um die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verschmelzen. Sie hofften, dass ich es mir noch einmal überlegen würde. Doch meine Entscheidung stand.

Als sie, respektive ich, also mein Früheres ich am Putzplatz ankam, band sie ihr Haflinger fest und schnappte sich eine Bürste. Als sie sich zu uns umdrehte, lächelte sie Max an. Dieser begann gerade das Pony zu streicheln, das neben ihm stand. Dann wendete sie den Blick von ihm ab und unsere Blicke trafen sich. Ich spürte eigentlich nichts, aber dass sie verschwunden war, schien die Verschmelzung funktioniert zu haben.

„Jetzt beginnt die Zukunft.“ Meinte ich zu ihm.

„Scheint so.“

Während wir vom Hof liefen, malte ich mir die Zukunft mit Maximilian aus. Ich hatte noch ein paar Monate Ferien von der Kanzlei. Diese würde ich brauchen, um den Entzug des Vampirgiftes zu machen.

Was danach war, wusste ich nicht. Aber ich wusste, dass Maximilian und ich einen Weg finden würden.

Das Abenteuer hat uns nicht nur zusammen gebracht, nein wir mussten auch beide über uns hinauswachsen. Mit diesem großartigen Gefühl von neuem Mut wusste ich, dass ich die ganze Welt im Sturm erobern könnte. Der Job in der Kanzlei beängstigte mich nicht mal mehr ein kleines bisschen.

Ende

Möchtest du noch mehr von mir lesen: Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Oder selber schreiben: Wie beschreibe ich Schauplätze? (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

Kapitel Übersicht:

Kapitel 1 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 2 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 3 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 4 Die Botin Der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 5 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 6 die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 7 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 8 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 11 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

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