Kapitel 4 Die Botin der Elfenlampe

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In Zürich angekommen, hielt ich Ausschau nach Leon. Er war zum Glück nicht schwer zu finden, da er gross war und so etwas aus der Masse herausstach.

Ich entdeckte ihn. Natürlich war er, wie immer in einem schönen Anzug.

«Hey Anna willkommen zurück.» Meinte er, als er mich in seine Arme schloss.

Die Umarmung von ihm tat echt gut. Ich und Leon standen uns sehr nahe und wir waren noch nie so lange voneinander getrennt.

Leon war ein Arbeitstier. Er arbeitete so viel für die Kanzlei, dass es schon fast unmöglich für ihn war, ein Privatleben zu führen.

Deshalb hatte er wahrscheinlich auch noch nie eine feste Beziehung. Nur eine Affäre mit einem Anwalt von einer konkurrierenden Kanzlei. Ich denke, genau dies machte die Beziehung für ihn so interessant. Denn so blieb es immer unverbindlich, da sie die Beziehung im Geheimen führten. Nur ich wusste davon. Mein Vater wusste zwar, dass er schwul war, aber er zeigte keinerlei Interesse an unseren Beziehungen.

«Ich möchte alles von deiner Reise wissen.»

«Ich habe dich vermisst, wie geht es dir?»

«Alles gut. Ich bin einfach recht im Stress. So wie jeder in der Kanzlei, aber nun bist du zum Glück ja zurück.»

Gemeinsam liefen wir zu seinem Alfa Romeo Giulia.

In der Kanzlei angekommen, begrüsste mich die Frau am Empfang freundlich. Schnur stracks lief ich in mein Büro. Ich wollte mich unbedingt noch umziehen, bevor ich meinen Vater über den Weg lief. Zum Glück hatte ich immer eine schöne Bluse und eine schwarze Stoffhose als Notfallkleidung dort deponiert.

Auf meinem Schreibtisch türmte sich schon ein Berg voller Akten.

Willkommen zurück, dachte ich mir.

Als ich mich umgezogen hatte, ging ich zu meinem Vater ins Büro. Sein Büro befand sich gleich gegenüber von meinem.

Als ich das Büro betrat, sass mein Vater an seinem gläsernen Schreibtisch. Leon sass ihm gegenüber und sie besprachen gerade eine Strategie.

«Hallo Dad.»

Mein Vater stand auf und umarmte mich kurz.

«Hallo Anna. Schön das du wieder hier bist. Ich und Leon besprechen gerade, wie wir vorgehen wollen. Es sieht nicht gut aus. Meine Sekretärin hat dir schon ein paar Akten auf deinen Schreibtisch gelegt. Gehe diese bitte durch und suche nach einem Schlupfloch. Die Fallzusammenfassung findest du ebenfalls in einer Akte.»

Mein Vater war wie immer mit seinen Gedanken nur im Geschäft. Seit meine Mutter vor dreizehn Jahren gestorben war, existierte für ihn nur noch die Kanzlei. Er war noch ein schlimmerer Workaholic als mein Bruder.

«Kein Problem.»

Ich verliess also das Büro meines Vaters wieder und ging mir in unserem kleinen Pausenraum einen Kaffee machen.

Mir tat immer noch alles weh und in meinem Kopf war ein grosses Durcheinander. Die vielen Eindrücke von meiner Reise musste ich erst noch verarbeiten und dann war da auch noch Max. Die Nacht mit ihm war unglaublich. Der Morgen war jedoch recht verwirrend. Ich beschloss nicht mehr an die komische Lampe zu denken, genauso wenig an mein Tattoo oder an die Geschichte mit den Elfen.

Lächelnd schüttelte ich den Kopf, Elfen, jeder weiss doch das Elfen nicht existierten.

Der restliche Tag im Büro verging wie im Fluge und um neun kam Leon zu mir ins Büro, um mich bei ihm zu Hause zum Nachtessen einzuladen.

Ich nahm die Einladung dankend an. In meiner Wohnung befand sich sowieso nichts Essbares mehr. Wenn doch, war dies nach meiner neunmonatigen Reise vermutlich schon längst abgelaufen. Zudem war mein Gepäck ja sowieso immer noch in seinem Auto.

Bei ihm zu Hause angekommen, bestellten wir Pizza. Ich und mein Bruder waren nämlich richtige Nieten in der Küche.

«Du kamst jetzt mit einem Flieger von Wien. War das ein Zwischenstopp oder warst du da für länger?»

«Nein, ich war dort seit gestern. Zuvor war ich in Lettland, dort habe ich das Land bereist. Nach Wien ging ich dann wegen einem Kampf im Dojo W.J und gespannt war ich auch noch auf den angeblichen Geheimtipp von Emma.»

«Und, wie war er?»

«Die Bar war gut. Nicht mehr so ein Geheimtipp, da sie ziemlich voll war. Dafür hatte sie einen unglaublich gut aussehenden Kellner» Antwortete ich ihm etwas verlegen.

«Und wie lief es bei dir so?»

«Nicht viel, ich hatte viel gearbeitet und sonst ist nichts Spannendes passiert.»

«Wie läuft es mit Thomas?»

«Gar nicht. Wir haben beide viel zu tun und haben uns jetzt schon länger nicht mehr gehört.»

«Leon, du musst schauen, dass dein Leben nicht an dir vorbeizieht, während du nur arbeitest.»

«Mach dir keine Sorgen Schwesterherz. Sobald du zurück in der Kanzlei bist und sich alles wieder stabilisiert hat, gönne ich mir dann auch mal eine kleine Auszeit.»

«Ach wirklich, wohin möchtest du den gerne?»

«Ich dachte an Hawaii.»

«Das klingt perfekt. Aber versprich es mir, denn sonst gehst du nicht. Ich kenne dich, der optimale Zeitpunkt wird nie kommen.»

«Okay okay fest versprochen, in spätestens einem Jahr schlürfe ich Cocktails auf Hawaii.»

Mit dieser Antwort gab ich mich zufrieden und wir machten uns über unsere Pizzas her.

Als wir aufgegessen hatten und die Flasche Wein leer war, bestellte ich mir ein Taxi. Meine Wohnung war zwar nicht weit weg, aber ich war müde und wollte nicht mit meinem Gepäck noch Busfahren.

Leon begleitete mich noch nach unten vor die Türe und lud mein Gepäck aus seinem Auto in den Kofferraum des Taxis.

«Bis morgen im Büro»

«Bis morgen.»

«Nicht vergessen um halb sieben starten wir. Wenn du einen guten Eindruck machen möchtest, bist du besser schon um sechs dort.»

Ich schaute auf meine Uhr, es war halb eins.

«Wie schaffst du es nur mit so wenig Schlaf auszukommen?»

«Die Ferien sind vorbei Schwesterherz. Schlaf ist ein Luxus, den wir uns nicht leisten können.» Witzelte mein Bruder, während er mir einen Abschiedskuss auf die Wange gab.

Im Taxi holte ich mein Handy hervor. Keine neuen Nachrichten, war auf dem Display zu lesen.

Mein Blick viel auf mein Tattoo. Es war etwa so gross wie ein Fünffrankenstück und ebenfalls rund. Drinnen befanden sich Linien und Punkte. Es war nicht gerade sehr schön, so etwas würde ich mir nüchtern nie stechen lassen. Aber ich musste gestern Nacht so betrunken gewesen sein das ich einen richtig grossen Filmriss hatte. Sehr wahrscheinlich hatte ich die Lampe gestern nach oder vor dem Tätowieren, irgendwo gekauft. So muss es gewesen sein. Das war die einzige logische Erklärung.

Die Nacht verflog und nun war ich schon wieder seit fünf Uhr fünfundvierzig im Büro.

Trotz der vielen Arbeit musste ich immer wieder an Maximilian denken. An sein Blondes frech gestyltes Haar. An seine tiefblauen Augen. An seine breiten beschützenden Schultern. An seine Jeans, die locker auf seinem perfekten runden Arsch sass. An seinen durchtrainierten Körper. An seine leidenschaftlichen Küsse. An seinen rhythmischen Bewegungen.

Ich erwischte mich, wie ich im Internet seine Baar googelte und ich wurde fündig. Leider hatte er auf der Internetseite nur Fotos von der Bar und nicht von sich selbst darin.

Das Klingeln des Telefons riss mich aus meinen Gedanken.

«Frau Schmid, ich habe einen Maximilian Wagner am Telefon. Er wünscht sie zu sprechen. Angeblich sei es dringend.»

«Danke ihnen Laura, stellen sie ihn durch.»

«Hallo Anna, ich bin es Maximilian aus Wien.»

«Hallo Max, langsam fange ich wirklich an zu denken, dass du Gedanken lesen kannst.»

«Heisst das, du hast an mich gedacht?»

«Vielleicht. Aber wieso rufst du an? Du sagtest meiner Sekretärin, es sei dringend.»

«Ja sorry, dass ich dich im Geschäft störe, aber deine Handynummer hatte ich ja nicht. Die Nummer der Kanzlei fand ich im Internet. Ich hoffe, es ist okay das ich dich anrufe.»

«Ja sicher kein Problem. Was gibt es?»

«Ich wollte hören, ob es dir gut geht?»

«Ja danke mir geht es gut und dir?»

«Ja mir auch. Hast du die Lampe gut versteckt?»

«Sie ist bei mir zu Hause. Ich bin noch nicht dazu gekommen, um auszupacken, deshalb liegt sie noch in einer meiner Reisetaschen.»

«Erzähl niemandem davon, sonst setzt du dich einer grossen Gefahr aus. Anna, versprich mir das.»

«Kein Problem, ich verspreche … hust …hust…..»

«Anna alles Okay? Anna, sag etwas. Anna!»

Ich hörte Maximilian im Hintergrund in sein Telefon brüllen. Nach luftringend konnte ich nichts sagen. Es fühlte sich an, als würde ich ersticken. Ich hatte Todesangst.

So schnell wie die Atemnot kam, so schnell verschwand sie auch wieder.

«Alles okay. Ich denke, ich hatte eine Panikattacke. Wahrscheinlich weil ich so viel arbeite und so wenig geschlafen hatte. Ich hänge jetzt auf, da ich weiterarbeiten sollte.»

«Das ist die Lampe. Anna, du darfst das nicht auf die leichte Schulter nehmen.»

Ich hängte auf und rief meine Sekretärin an.

«Stellen sie Her Wagner nicht mehr zu mir ins Büro durch, egal was er sagt.»

«Verstanden Frau Schmid.»

Ich atmete einmal tief durch und wendete mich dann wieder meinem Laptop zu.

Maximilian war doch ein Spinner, was sollte die Lampe mit meiner Panikattacke zu tun haben?

Er war doch echt nicht mehr ganz normal.

Und so geht es weiter: Kapitel 5 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

Kapitel Übersicht:

Kapitel 1 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 2 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 3 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 4 Die Botin Der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 5 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 6 die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 7 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 8 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 9 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 10 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Kapitel 11 Die Botin der Elfenlampe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

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