Kapitel 4 verflixte Bündnerliebe
(Luana) Am nächsten Morgen
war es hektisch. Meine Aufgabe war es nun, die Gäste zu begrüssen und zur
rechten Zeit in die Kirche zu bitten. Ich wusste nicht mehr wie viele Hände ich
schon geschüttelt hatte. Und wie oft ich bei der Smalltalk Frage schon der
Frage zu meinem Job ausgewichen bin. Meine Gedanken schweiften immer wieder zu
Andrin ab. Andrin mit dem grossen muskulösen Körper. Aber auch zu seinem
Jobangebot. Das Wort unschlüssig darüber zu sein, war noch zu milde
ausgedrückt. In der einen Sekunde dachte ich mir ja Luana, nimm dir eine Auszeit
und stürz dich ins Abenteuer und zieh hier rauf, arbeite ein bisschen und geniesse
das Leben. In der nächsten Sekunde wurde mir wieder bewusst, dass ich schon
dreissig war und mich beruflich wie auch privat auf meine Ziele Fokussieren
sollte und mir keine Auszeit gönnen dürfte, wenn ich meine Beruflichen wie Privaten
Ziele erreichen möchte.
Doch auf die Fragen, was meine beruflichen
Ziele waren, wusste ich keine Antwort.
«So es ist an der Zeit. Ich bitte
euch nun in die Kirche zu gehen.» Verkündete ich, während ich die schwere Türe
zur Kirche öffnete. Langsam betraten die Gäste die Kirche. Ich musste meine bitte
noch drei Mal wiederholen, bis alle Gäste in der Kirche waren.
Die Kirche war fast bis auf den
letzten Platz gefüllt.
Mit der Musik begann auch die
Hochzeitszeremonie und als sich die Türe zur Kirche ein zweites Mal öffnete und
Mia in ihrem Traum aus weisser Spitze zum Altar schritt, musste ich mit meiner
Fassung ringen. So schön war der Moment und ich freute mich so für sie. Die
Traurede war unbeschreiblich schön und handelte vom Neuanfang vor dem das Hochzeitspaar
nun stand. Wie sie von nun an das Leben als Mann und Frau, als Team beschreiten.
Ich konnte nicht anders und bezog
die Rede auch auf mein Leben. Natürlich nicht den Teil von nun an das Leben als
Mann und Frau zusammen als Team zu beschreiten. Aber das Neuanfänge auch immer
voller Möglichkeiten und Abenteuer sind und auch wenn es holprig wird, immer
einen Weg gefunden werden könne.
Die Predigt erdete mich etwas und
erinnerte mich daran, dass man auf das alles gut werden würde, vertrauen sollte.
Und hier, als sich Mia und Milo gerade
das Ja Wort gaben, entschloss ich mich Andrins Jobangebot ebenfalls mit Ja zu
beantworten.
(Andrin) Ich betrat das
Restaurant. Der Messetag war anstrengender als gedacht, aber ich wollte es mir
nicht nehmen lassen, mit dem Brautpaar anzustossen. Wobei das Lächeln, das sich
nun auf meinem Gesicht breitmachte, nicht dem Brautpaar geschuldet war. Ich sah
Luana in ihrem grünen enganliegenden Kleid und konnte nicht anders als zu
lächeln.
Sie sammelte gerade Zettel von den
Gästen ein. Auf dem Weg zum Brautpaar löste ich den Blick nicht einmal von
Luana.
«Hey Milo, ich gratuliere dir herzlich.»
Ich umarmte ihn begeistert. Dann schüttelte ich Mia die Hand. Nachdem ich den
beiden ausgiebig gratuliert hatte, wollte ich nun endlich auch Luana begrüssen,
bevor ich mich auf die Suche nach meinem Platz machte.
Da ich sie im Restaurant nirgends
fand, ging ich auf die Terrasse und da sass sie und zählte irgendwelche Zettel.
«Hoi»
«Hoi Andrin. Wie war die Messe.»
«Gut. Heute waren viele Besucher
dort.» Ich setzte mich neben sie. Luana legte gerade den letzten Zettel auf den
Stapel.
«Merk dir Simon Eberli.» Meinte sie,
während sie sich zu mir drehte.
«Okay.»
«Das ist der Gewinner und ich möchte
nach unserem Gespräch nicht nochmal alles durchzählen, weil ich mir den Namen
nicht merken konnte. Andrin ich muss dir etwas sagen.» Sie atmete einmal
sichtlich ein.
«Andrin, ich habe viel über das
Jobangebot nachgedacht………. Und ich bin zum Entschluss gekommen…….. das ich es annehmen
werde. Natürlich nur, wenn es noch besteht und ernst gemeint war.» Ihre
braungrünen Augen starten mich an.
«Natürlich besteht es noch.»
«Gut, ich muss jetzt rein und den
Sieger verkünden. Die Details besprechen wir ein anderes Mal.»
Noch bevor ich etwas sagen konnte,
sprang sie auf und huschte schnell in durch die Grosse Terrassentür.
Seit langen fühlte ich, wie sich Erleichterung
in mir breitmachte. Aber Erleichterung war nicht das einzige Gefühl, das sich
in mir ausbreitete, denn ich strahlte wahrscheinlich wie ein Honigkuchenpferd. Hatte
sie wirklich eingewilligt?
Als ich drinnen meinen Tisch fand,
kam auch schon Milo an den Tisch. Er hatte wohl schon ein, zwei Gläser Wein
getrunken, den er hatte sichtlich Mühe mit seinem Gleichgewicht.
«Das ist mein Kumpel von früher. Er
ist selbstständiger Maler.» Stellte mich Milo allen vor. Der gesamte Tisch
starrte mich nun gespannt an. Und da war das Gefühl der Angst wieder. Ich
atmete tief ein. Dann aus. Als könnte ich die Angst beim Ausatmen gleich mit
aus meinem Körper zu befördern.
Natürlich funktionierte dies so gar nicht. Die Panik, die sich in mir ausbreitete,
kannte ich leider nur zu gut. In letzter Zeit war sie ein ständiger Begleiter
und seit Hannah gekündigt hat und ich nun ganz allein dastand, wurde sie
zunehmend stärker.
Ich werde das schon schaffen!
Versuche einfach zu lächeln. Versuchte ich mich selbst zu ermahnen und presste ein
Lächeln hervor.
Um mich abzulenken und einer
Konversation zu entgehen, tippte ich eine Nachricht in mein Handy.
Hey
Ich weiss du bist heute beschäftigt, aber ich würde dir morgen
gerne Mal das Geschäft zeigen.
So siehst du deinen neuen Arbeitsplatz.
Würde es dir um zehn Uhr passen?
Natürlich schickte ich die Nachricht
nicht ab. Sie hatte heute viel zu tun und ich wollte ihr ja nicht schon auf die
Nerven gehen, noch bevor sie gestartet hatte. Ich speicherte sie als Entwurf, um sie ihr am
nächsten Morgen zu schicken.
(Luana) Der gestrige Tag
verging wie im Fluge. Ich hatte ganz schön viel zu tun mit der Hochzeit. Aber
nun war sie vorbei und ich konnte mich mit meinen Gedanken wieder voll und ganz
auf mich fokussieren. Obwohl in meiner Situation war dies nicht gerade das, dass
ich auch machen wollte. Um mich abzulenken Griff ich nach meinem Handy. Zehn
Uhr fünfundvierzig und eine Nachricht standen auf meinem Display. Ich klickte
auf die Nachricht. Sie war von Andrin.
Ich weiss du bist beschäftigt, aber ich würde dir gerne Mal
das Geschäft zeigen.
So siehst du deinen neuen Arbeitsplatz.
Würde es dir um zehn Uhr passen?
Da es schon nach zehn Uhr war, tippte
ich schnell eine Antwort ins Handy.
Ich würde das Geschäft gerne sehen.
Schick mir die Adresse, dann mache ich mich in ca. einer
halben Stunde auf den Weg.
Ich stand auf und machte mich auf
den Weg unter die Dusche. Nach der Dusche fühlte ich mich schon etwas besser.
Ein Blick auf mein Handy verriet mir, das er mir die Adresse geschickt hatte.
Ich checkte noch schnell aus und verstaute mein Gepäck im Auto. Dann machte
mich auf den Weg zu meinem neuen Büro.
(Andrin) Als ich Luanas Auto
vorfahren sah, richtete ich mich auf. Zuvor war ich lässig an mein Fahrzeug
gelehnt. Als Luana geparkt hatte, öffnete ich ihre Autotür.
«Na ausgeschlafen?»
«Ja» sagte sie, während sie ausstieg.
«Wieso wartest du draussen?»
«Naja drinnen ist alles noch eine
Baustelle. Da wollte ich lieber noch etwas die Sonne geniessen.»
Dies war nur die halbe Wahrheit. Ich
spürte denn Druck, der ein eigenes Geschäft mit sich brachte, die ganze Zeit
aber, wenn ich in meinem zukünftigen Büro stand, das alte Büro meines Vaters,
schien es mich fast zu erdrücken.
Und so geht es weiter: Kapitel 5 (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Eure Ava Meier versucht zu schreiben...
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