Kapitel 8 Pferdestarke Liebe

 Was bisher geschah: Kapitel 1Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)


Auf dem Parkplatz herrschte grossen Trubel. Natürlich weit weg von den Gästen, die das Spiel ansehen wollten. Nein hier auf dem Parkplatz tummelten sich nur die Spieler, die Pferdepfleger, die Pferde und ich.

 

Da in meinem Kopf immer noch ein grosses Durcheinander herrschte, beschloss ich mit anzupacken, bei dem Pferdetransport und der Versorgung der Pferde.

Wie jedes Jahr veranstaltete meine Familie ein grosses Poloturnier. Viel Prominenz und jeder der was zu sagen hatte, war unter den Gästen. Dieses Event ausfallenzulassen, wegen der Inhaftierung meines Vaters, sei ausgeschlossen. Wir müssen jetzt als Familie zusammenhalten. Die Presse soll ein Bild einer Familie haben, die zusammenhält und die Geschäfte am Laufen halten kann. Dies sei wichtig, betonte meine Mutter mehrfach. Und wenn ich schon anwesend sein musste, dann wollte ich etwas zu tun haben. Um mich ein bisschen von allem abzulenken.

 

Natürlich tuschelten alle hinter unseren Rücken über die Verhaftung meines Vaters. Dies machte den ganzen Event nicht gerade angenehmer.

„Hier können wir die Pferde abladen und die Boxengasse ist für uns reserviert.“ Luca zeigte auf die Boxengasse die sich schräg von uns befand.

„Okay.“ Ich half ihm den Hänger zu öffnen und wir luden ein Pferd nach dem anderen aus.

„Ruhig Future.“ Versuchte ich das Pony zu beruhigen, als ich mit ihm die Rampe hinunter lief.

„Hallo Future. Na wie geht es dir?“ Erschrocken schaute ich auf, diese Stimme kannte ich doch.

„Was machst du denn hier?“ Fragte ich verwundert.

„Ich wollte dich sehen. Im Internet sah ich, das deine Familie das Spiel hier Organisiert und da dachte ich…“

„Das es eine gute Idee wäre einfach aufzutauchen?“ Fiel ich ihm ins Wort.

„Ja.“ Nun sah er nicht mehr ganz so Selbstbewusst aus, wie vorhin.

Seit dem Reitausflug blieben wir mit SMS in Kontakt. Aber dies war was ganz anderes als das nun. Nun stand er hier, meine Familie war ebenfalls hier. Ich wusste nicht recht was ich davon halten sollte. Was sie davon halten würden. Ganz zu schweigen was die Öffentlichkeit darüber denken könnte.

„Soll ich wieder gehen?“

„Nein.“ Meine Antwort kam ohne dass ich darüber nachdenken konnte.

„Okay.“ Er schien erleichtert zu sein.

„Misch dich unters Volk, ich werde dich dann schon finden. Aber zuerst muss ich hier noch ein bisschen helfen.“

„Gut dann bis später.“ Dies klang aber eher nach einer Frage.

„Ich verspreche es.“ Meinte ich mit einem Lächeln. Dies schien ihn ein wenig zu beruhigen, denn seine Gesichtszüge verfeinerten sich ebenfalls ein bisschen und er drehte sich um und lief davon.

 

Das ausladen der Pferde war stressig und dauerte länger als geplant. Nun stand ich in der Futterkammer und entledigte mich meinen Kleidern, um in ein weisses Rüschenkleid zu schlüpfen.

 

Darauf bestand meine Mutter, den als Zuschauer eines Polospieles galten gewisse Dresscodes und als Veranstaltungsfamilienmittglied war der Dresscode natürlich noch strenger. Als ich mich endlich umgezogen hatte, suchte ich eine Toilette auf, um mein Make-up aufzufrischen. Dann rannte ich zu meiner Mutter und meinem Bruder. Die schauten mich schon böse an.

 

„Du bist zu spät.“ Zischte meine Mutter, durch ihr gekünsteltes lächeln.

„Tut mir leid.“ Meinte ich ehrlich, als wir gemeinsam zu dem Podium liefen. Meine Mutter ergriff auf dem Podium das Wort und begrüsste die Zuschauer. Doch plötzlich flimmerte ein Ausschnitt eines Filmes hinter uns über die Leinwand, auf der eigentlich die Sponsorennamen abgebildet sein sollten.

„Heute Abend eröffne ich meinen Club.“

„Hast du die Schanklizenz denn schon?“

„Nein. No risk no Fun.“

„Ich möchte keine Geschäfte während dem Essen.“

Ertönte es aus den Lautsprechern. Zu sehen war eine aufgetakelte Familie, die an einem riesen Holztisch sass und das Abendessen zu sich nahm.

Erfahre alle schmutzigen Details der Familie Moller in dem neuen Spielfilm Moller. Demnächst auch in ihrem Kino.

 

Auch wenn unsere Familie Mosering hiess, war klar dass es in diesem Film um unsere Familie ging. Denn meinem Bruder wurde vor zwei Jahren, mal einer seiner Clubs geschlossen, weil er keine Schanklizenz für diesen Club besass.

Geschockt starten wir auf die Leinwand.

Ein Film von Lea Gissinger.

Lea Gissinger, der Name sagte mir etwas. Ich schaute zu meinem Bruder Jonas, dieser war ganz blass.

 

„Nun dies scheint ja ein Interessanter Film zu sein. Aber noch viel Interessanter ist das heutige Spiel und nur darauf sollten wir uns heute Konzentrieren. Ich wünsche viel Spass beim Spiel.“ Moderierte meine Mutter souverän weiter und da begann auch schon das Spiel.

 

So schnell wir konnten, verliessen wir das Podium. Uns war klar dass dies Morgen die Titelstory sein würde.

 

Abseits von den Leuten, blieben Jonas und ich stehen. Meine Mutter folgte uns.

„Was zum Teufel soll das?“

Jonas und ich schauten zu Boden.

Da kam eine junge Frau zu uns.

„Na erinnerst du dich an mich?“

Irgendwie kam sie mir bekannt vor, aber ich konnte sie nicht einordnen.

„Ja.“ Antwortete mein Bruder.

 

Ja genau, ich habe die beiden ein paar Mal zusammen gesehen.

„Du hast mich belogen und betrogen und als du mich verlassen hast, habe ich dir geschworen, es würde dir noch leidtun. Ich habe jedes schmutzige Detail das ich über deine Familie kenne in diesen Film gepackt. Auch wenn die Namen nicht eure sind, wird jeder wissen um wenn es in diesem Film geht. Auch wenn die Verhaftung deines Vaters in dem Film nicht vorkommt, diente der ganze Medienrummel deswegen, gerade als Gratiswerbung für meinen Film. Das mediale Interesse an eurer Familie war nie grösser und somit erhoffe ich mir Traum Eintrittszahlen. Jeder wird den Film sehen wollen. Alle werden eure Geheimnisse erfahren. Sehen wer ihr wirklich seid.“

Meine Mutter hatte offensichtlich genug gehört und gab der Securitas ein Zeichen und diese entfernten Lea von dem Areal.

 

„Ihr macht eine Liste von all euren Sünden. Wir müssen auf alles, das in dem Film über euch vorkommen könnte gewappnet sein und Schadensbegrenzung betreiben.“

 

Jonas schaute mich wahrscheinlich ebenso geschockt an, wie ich ihn. Alle unsere Sünden. Davon gab es viele. Sehr viele. Keinesfalls war ich gewillt diese alle auf einen Zettel zu schreiben und dann diesen auch noch meiner Mutter zum lesen zu geben.

 

In der Hoffnung der Sturm würde sich bald von alleine wieder legen, beschloss ich erst einmal etwas abzuwarten.

Luisa ging mit energischen Schritten weg, um wahrscheinlich unseren Anwalt zu kontaktieren. Damit dieser irgend möglich die Ausstrahlung noch verhindern könnte.

 

Als auch mein Bruder weg ging und ich so alleine dastand, kam Liam auf mich zu.

„Alles in Ordnung?“

„Nicht wirklich“

„Kann ich irgendwas tun?“

„Kannst du die Ausstrahlung verhindern und den Tag ungeschehen machen?“

„Nein und nein. Aber ich kann dir etwas zu Essen bringen.“

Etwas zu Essen. Dies klang gar nicht schlecht. Mit einem wirkungsvollen Augenaufschlag, lächelte ich ihm entgegen. Liam schien auf Anhieb zu verstehen und nickte mit dem Kopf, drehte sich um und ging langsam weg.

 

Nach sieben Minuten kam er wieder zurück, in der Hand hielt er viele kleine Sandwiches, die er von dem Buffet mitgenommen hatte.

„Setzen wir uns dahinten in die Wiese?“ Fragte ich ihn und zeigte auf die Wiese, die etwas abseits der Stallgassen lag. Nach dort hinten würde sich sicher kein Gast verirren. Somit hatten wir ein wenig Ruhe.

Liam beäugte mein weisses Kleid skeptisch, schlenderte dann aber ohne Protest mit mir zu der Wiese. Dort angekommen, zog er sein Jackett aus, legte es auf die Wiese und zeigte mir mit einer Handbewegung, dass ich mich darauf setzen solle.

Ich genoss wie der Wind meine Haare nachhinten blies und der sommerliche Duft, meine Nase kitzelte. Obwohl mein Leben in immer einem grösseren Chaos versank, war ich hier neben Liam, ganz entspannt. In der Ferne konnte man etwas von dem Spiel erahnen und leise die Lautsprecher hören.

 

„Deine Familie scheint nett zu sein.“ Meinte Liam etwas reserviert. Ich musste schmunzeln. Nicht das meine Familie nicht lieb war, aber auf Liam muss meine Familie recht speziell wirken. Mein Vater im Gefängnis und jetzt noch ein fieser Enthüllungsfilm. Immerhin schlimmer konnte es ja wohl kaum kommen.

„An was denkst du?“

„Das es nicht viel schlimmer kommen kann.“ Ich drehte meinen Oberkörper zu ihm und fing an ihn leidenschaftlich zu Küssen. Er erwiderte den Kuss erst etwas überrascht, wurde dann aber immer entspannter und leidenschaftlicher. Es fühlte sich so gut an und ich bemerkte das ich bis dahin viel zu viel auf Meinungen von anderen gegeben hatte und das das einzige was mich davon abhielt mit Liam zusammenzukommen, war meine Angst was die anderen davon halten würden. Dies war mein Leben und ich musste das machen was mich glücklich macht und Momentan war es nun einmal Liam. Was alle anderen davon halten würden, konnte mir egal sein. Sie redeten ja sowieso hinter meinem Rücken. Egal was ich tat, also wieso dann nicht einfach das machen, was ich wollte. Und ich wollte Liam.

Ende

Du möchtest mehr von mir lesen?: Die Botin (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

Kapitel Übersicht: 



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Checkliste für deine Geschichte

Weshalb jede gute Geschichte einen Konflikt braucht!