Kapitel 2 Pferdestarke Liebe

 Was bisher geschah: Kapitel 1 (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)


Nervös starrte ich dem schwarzen Audi entgegen, der gerade auf den Kiesplatz vor meiner Wohnung fuhr. Seit ich mich mit Liam verabredete hatte, schwirrten Schmetterlinge in meinem Bauch umher. Ich konnte es kaum erwarten mit ihm heute den Nachmittag zu verbringen. Das Wetter war gut, sonnig bei achtundzwanzig Grad und ich stand da, in meiner Reiterhose und dazu trug ich ein Hellblaues T Shit. Meine schwarzen Haare, hatte ich zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.

 

Als Liam aus dem Wagen stieg schaute er mich verwirrt an.

„Hallo Sophia, wie geht es dir?“

Meinte er, als er um das Auto ging. Als er vor mir stand, gab er mir drei Küsse auf die Wangen. Diese wirkten zaghaft und verkrampft.

Er schien gleich nervös zu sein, wie ich es war.

 

„Spannendes Outfit.“ Bemerkte er, als er sich neben mir hinter das Lenkrad gesetzt hatte.

„Da ich ja weiss, dass du auf Pferdestärken stehst, habe ich gedacht, ich zeige dir mal die wahren Pferdestärken.“ Gab ich neckisch zurück, während ich die Adresse des Polostalles meiner Mutter in das Navi von seinem Wagen eingab.

Sein Auto war schön. Ich verstand nicht sehr viel von Autos, aber dieses schien mit neuster Technik ausgestattet zu sein. Was habe ich auch erwartet von einem Autoverrückten?

 

Seit der der Party haben wir immer wieder miteinander geschrieben. Ich habe erfahren, dass er seine Zielperson wieder gefunden hat und dass sein Hobby Autos sind. Dass meine grösste Leidenschaft, neben Mode das Reiten ist, habe ich ihm extra noch nicht verraten. Denn ich wollte ihn heute mit einem romantischen Ausritt Überaschen.

 

Die Fahrt zum Stall verging wie im Fluge und schon standen wir davor. Zusammen stiegen wir aus. Natürlich öffnete er auch hier wieder meine Autotür.

 

Etwas zögernd lief er mir hinterher.

„Wir gehen also reiten?“

„Ja“ Gab ich kurz und knapp zurück. Während ich im schnellen Schritt die Stallgasse hinab ging. Er schaute die Pferde genau an, an denen wir vorbeikamen.

Sie schienen ihn etwas zu beängstigen. Ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen. Denn wir liefen hier an den erstklassigsten Springpferden vorbei. Diese waren natürlich gross. Aber am Ende der Stallgasse standen unsere Poloponys. Auf diesen würden wir heute auch ausreiten. Diese hatten nur ein Stockmass zwischen eins sechsundvierzig und eins sechzig und waren somit ein ganzes Stück kleiner als die Springpferde.

 

An einer Box blieb ich stehen. Ein Schimmel schaute gespannt zu uns hinaus. Ich strich ihm sanft über sein Gesicht.

„Darf ich vorstellen, das ist Future. Er ist ein ganz braver und wird heute dein Begleiter sein.“

 

Liam kam etwas näher und berührte Futures Fell zaghaft. Dem schien unsere Aufmerksamkeit zu gefallen, den Future schnaubte entspannt. Liam erschreckte das Schnauben etwas und er wich einen Schritt zurück und stolperte dabei fast in Luca hinein.

Luca war unser Stallbursche.

 

„Hallo zusammen.“ Begrüsste er uns.

„Hallo Luca, kannst du mir Dusty parat machen. Wir wollen ausreiten.“

„Klar kein Problem.“ Antwortete Luca und ging weiter.

„Keine Angst, er macht dir nichts.“ Ich öffnete die Boxentüre, schnappte mir noch zwei Strigel und trat ein.

 

Liam schauten von draussen hinein.

„Na komm tritt schon ein.“ Ich winkte ihn zu mir und Future in die Box. Zögernd trat er ein.

„Das ist ein Strigel. Mit dem machst du so kreisrunde Bewegungen.“ Ich zeigte ihm, wie und wo er das Pferd striegeln konnte. Dann ging ich auf die andere Seite und machte mich dort an die Arbeit. Danach bürsteten wir ihn noch, bis sein weisses Fell im Licht glänzte. Dann kratze ich ihm seine Hufe aus, bevor ich Future aufzäumte und sattelte. Gespannt schaute Liam mir bei jedem Arbeitsschritt zu und half mir, wo er nur konnte.

 

Als wir fertig waren zeigte ich ihm wie man Future führte und lies die zwei dann auch gleich alleine die Stallgasse runter, raus ins freie Gehen. Liam hatte sich langsam, aber sicher mit dem Wallach angefreundet. Draussen trafen wir dann auf Luca der Dusty am Zügel hielt.

 

„Danke dir Luca.“

„Kein Problem. Ich wünsche euch viel Spass.“ Antwortete Luca, während er mir Dustys Zügel übergab und sich dann auf den Weg ins Innere des Stalles machte.

„Kannst du kurz beide halten. Ich hole uns noch die Reithelme.“ Ich streckte ihm Dustys Zügel entgegen. Liam zögerte erst kurz, nahm dann aber seine Zügel auch noch in seine Hand.

 

Dusty war etwa gleichgross wie Future. Aber Dustys Fell war dunkelbraun und seine Beine waren bis zu seinen Knien schwarz. Genauso wie seine Mähne und sein Schweif.

 

Ich kam mit zwei Reitkappen zurück und reichte ihm eine, die andere zog ich an.

„So nun heisst es aufsitzen. Schau stell dein Fuss hier in den Steigbügel und dann stösst du dich ab und schwingst das Bein hier rüber.“ Währen Liam aufsetzte, hielt ich ihm Future am Zügel fest. Dann befestigte ich noch kurz einen Strick an Futurs Zaumzeug, bevor ich auf Dusty aufstieg. Mit dem Strick führte ich Future als Handpferd neben Dusty, während ich auf ihm Ritt. So musste Liam nichts machen ausser zu schauen, dass er nicht runterfiel.

 

Während wir so durch den angenehm kühlen Wald ritten, zeigte ich ihm noch den richtigen Sitz und den Jagdsitz. Ich liess ihn ein wenig mit dem Gleichgewicht und der Zügelhaltung ausprobieren, bis es einigermassen passabel aussah.

Als wir auf einer Lichtung ankamen, sahen wir vor uns eine Rennbahn.

 

„Hier währen wir.“ Verkündete ich freudig.

„Auf einer Rennbahn?“

„Ja. Du hast doch geschrieben, dass du nichts mehr liebst als Speed. Hier kannst du denn Speed richtig fühlen. Den Wind um deine Nase. Das starke Pferd unter dir. Der Sound der die Hufe auf dem Boden hinterlassen. Wie soll ich sagen, ein Vergnügen für alle Sinne. Na, was meinst du, wollen wir eine Runde drehen?“

„Dürfen wir das dann einfach so?“

„Die Rennbahn, so wie auch die Pferde gehören meiner Familien. Also von daher ja.“ Ich sah ihm sein Unbehagen an, aber er antwortete: „Ja lass uns eine Runde drehen. Du hältst mein Pferd dabei aber immer fest, oder?“

„Natürlich. Keine Angst, wenn es dir zu schnell wird, sag einfach Bescheid, dann bremsen wir gleich wieder ab. Wenn wir Tempo haben, gehst du in den Jagdsitz. Das ist der, denn ich dir vorhin gezeigt habe. Beim Bremsen lehnst du dich ein wenig nach hinten. Alles wie wir es vorhin geübt haben.“

Er nickte. An seinem angespannten Gesicht sah ihm an, dass er sich an das zuvor gelernte versucht zu erinnern. Ich habe mit Absicht, zuerst alles im Schritt mit ihm geübt, so fühlte er sich nun hoffentlich ein bisschen sicherer auf Futures Rücken.

 

Auf der Rennbahn fingen wir zuerst mit Trab an und gingen dann in Galopp über. Natürlich hielt ich beide Pferde in einem Tempo, indem ich sie jederzeit ohne Probleme gut und schnell abbremsen konnte.

Liam schien es grossen Spass zu machen.

Nach zwei Runden hielten wir an.

„Wow so cool. Das hat irre viel Spass gemacht. Diese Geschwindigkeit, einfach grossartig!“ Meinte Liam, sichtlich vom Adrenalin aufgeputscht. Ich verkniff mir, ihn darüber zu informieren, dass die Pferde noch viel schneller gekonnt hätten.

„Ich habe ja gesagt, dass eine Pferdestärke, es schon mächtig in sich hat und man gar nicht mehr bräuchte.“ Scherzte ich, während wir uns im gemütlichen Schritt, wieder in Richtung Stall machten.

 

Im Stall angekommen, zeigte ich ihm noch, wie man die Pferde richtig absattelt und versorgt. Als beide Polloponys wieder zufrieden in ihren Boxen standen, fuhren wir zu mir nachhause.

 

Auf dem Kiesparkplatz vor meiner Wohnung stieg ich aus, ohne zu warten, dass er mir die Türe öffnete. Er stellte den Motor ab und lief mir mit zögernden Schritten hinterher. Ich schloss die Eingangstüre auf und ging zum Aufzug. Er schaute sich nervös im Treppenhaus um, seine Hände steckten in seine Hosensäckchen und man konnte deutlich spüren, dass er nicht wusste, wie er sich in dieser Situation verhalten sollte.

 

„So nun gehen wir duschen und danach noch etwas Essen. Hast du Hunger?“

„Oh Mist ich habe die Kleider im Auto vergessen.“ Er drehte sich um und lief mit schnellen Schritten zurück zu seinem Audi RS6. Ich hielt ihm so lange die Eingangstüre auf.

 

Vor unserem Date habe ich ihn extra darauf aufmerksam gemacht, dass unser Date aus zwei Teilen bestand. Das er für den ersten Teil funktionale Kleidung bräuchte und für den Zweiten was mit dem man Essengehen konnte.

 

Liam kam mit einer kleinen schwarzen Sportasche zurück. Gemeinsam gingen wir nun wieder zum Lift und fuhren in meine Wohnung.

Dort angekommen zeigte ich ihm, im schnelldurchlauf alle Zimmer und beschlagnahmte dann eines meiner Bäder für mich. Im anderen Bad konnte er sich parat machen. Als ich fertig geduscht, meine Haare geföhnt und gestreckt hatte und mein wunderschönes schwarzes enganliegendes Cocktailkleid angezogen hatte, fand ich Liam gelangweilt auf sein Handy starrend, auf meinem weissen Ledersofa, in meinem Wohnzimmer wieder. Das weisse Hemd schmeichelte hervorragend seinen breiten Schultern. In dem Hemd sah er noch muskulöser aus als zuvor. Die schwarzen Stoffhosen verliehen ihm die gewisse Eleganz. Dazu trug er schwarze Lackschuhe. Ich mochte sein Stil.

 

Als er mich bemerkte liess er das Handy sinken und stand sofort auf.

„Wow du siehst fabelhaft aus.“ Er musterte mich von Kopf bis Fuss. Ich spürte regelrecht, wie mir die röte in mein Gesicht stieg und versuchte es daher etwas hinter meinen Haaren zu verstecken.

Aber er kam mir immer näher und seine Blicke durchbohrten mich regelrecht. Um abzulenken, fragte ich ihn, ob wir nun gehen wollen, und lief zur Türe.

 

Die Autofahrt zu dem Restaurant verlief entspannt, aber ruhig. Das Restaurant war am Zürichsee und ich hatte auf der Terrasse reserviert. Von der hatte man eine hervorragende Seesicht und da es schon am eindunkeln war, versprühten die vielen bunten Lichterketten ein herrlich romantisches Licht.

„Was hat dich nach Zürich verschlagen?“

„Die Arbeit.“

 

Liam war nicht gerade redselig, wen es um seine Person ging. Über belangloses Zeugs wie Autos, das Wetter etc. konnte man mit ihm stundenlang Quatschen. Aber sobald es um ihn ging, wurde er wortkarg.

 

Ich wusste, dass er Polizist war und eigentlich aus Locarno kam. Seine Mutter war aus der Deutschschweiz und deshalb konnte er auch Deutsch. Viel mehr wusste ich allerdings nicht.

 

„Wie lange reitest du schon?“

„Ach so genau kann ich das gar nicht sagen. Wahrscheinlich schon länger als ich laufen kann. Der Polostall war schon immer in unserem Familienbesitz. Bevor ihn meine Mutter übernahm, gehörte er meinem Grossvater. Dieser war ein angesehener Pferdetrainer und hat durch harte Arbeit den Polostall zu dem besten in ganz Europa gemacht. Wir trainieren und verkaufen unsere Polopferde überall in die Welt. Natürlich veranstalten wir auch selbst Polospiele und nehmen daran teil.“

„Kann ich mir mal ein Spiel von dir ansehen?“

„Ich selbst reite an keinem Spiel mit, dafür haben wir ein Team. Ich und meine Familie haben an den Spielen rein repräsentative Aufgaben.“

„Schade.“ Er nahm seine Cola und trank einen grossen Schluck, ohne seinen Blick auch nur eine Sekunde von mir abzuwenden.

Und so geht es weiter: Kapitel 3 Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Euro Ava Meier versucht zu schreiben...

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