Kapitel 6 Pferdestarke Liebe

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Aline war wirklich die beste Freundin, die man sich wünschen konnte. Sie war immer für mich da. Als ich sie gestern Abend noch anrief, um ihr von dem Treffen mit Liam zu erzählen, schlug sie einen Mädelsausflug mit Bianca, in die Waldhütte ihrer Eltern vor.

 

Und Aline hatte recht, der Ausflug in die Berge würde mir gut tun. Mit dem Kopf gegen die Autoscheibe gelehnt liess ich die Landschaft auf mich wirken. Die Bäume zogen an uns vorbei und weit und breit war kein anderes Auto zu sehen. Aline und Bianca diskutierten gerade, was nächsten Sommer In sein würde und aus den Autolautsprechern dröhnte irgendein Countrysong.

 

„So hier währen wir.“ Verkündete Aline, während sie den Schlüssel drehte, um den Motor auszumachen.

Ich schaute mich um. Vor uns Stand eine grosse Holzhütte mitten im Wald. Genau was ich jetzt brauchte, Ruhe und Abgeschiedenheit, dachte ich mir, während ich das Gepäck aus dem Kofferraum lud.

 

Ich hatte definitiv genug von den ganzen Journalisten, den Zeitungsartikeln und den Anwälten. Vor allem hatte ich genug von Liam. Ich musste ihn vergessen. Er war ein Arsch.

Aber genau dies konnte ich nicht. Und als mich dann Aline überredet hatte ein Mädelswochenende in ihrer Ferienhütte der Familie zu verbringen, willigte ich relativ schnell ein. Mir war zwar bewusst, dass man vor seinen Problemen nicht davonlaufen konnte, aber ein Versuch war es trotzdem wert. Schlimmer konnte es ja kaum kommen.

Drinnen sah das Haus nicht viel anders aus als von aussen. Das Mobiliar war aus Massivem Holz und die Deko war rustikal. Eine richtige Holzblockhütte halt.

Ich fühlte mich gleich wohl.

 

„Im unteren Stock ist das Wohnzimmer, die Küche und jeweils eine Veranda. Eine nach vorne raus und die andere nach hinten. Ebenfalls hat es hier unten ein Badezimmer. Im zweiten Stock hat es vier Schlafzimmer und zwei Badezimmer.“ Erklärte Aline, während ich und Bianca uns andächtig umsahen. Überall hingen Bilder von Steinböcken, diese unterstrichen hervorragend den Flair des Hauses. Aber was erwartete man auch von einer Familie, die ganz dick in der Modebrache war. Natürlich war da alles stimmig. Der grosse Kamin im Wohnzimmer, lud zu einem gemütlichen Abend mit Wein ein.

 

„Gehen wir rauf und teilen die Zimmer auf?“ Fragte Aline in die Runde.

„Ja.“ Antwortete Bianca schnell und ich folgte den beiden die Holztreppe hinauf in den zweiten Stock. Ich entschied mich für eines der vier Schlafzimmer. Es kam sowieso nicht gross darauf an, da alle Zimmer gleich gross waren. Ausser das eine, aber dies war das Zimmer von Aline`s Eltern. Auch wenn sie nicht hier waren, traute sich niemand von uns, dieses Zimmer zu nehmen.

 

Ich warf meine Reisetasche auf die rot weiß karierte Bettwäsche.

Grossartig auspacken lohnte sich nicht, denn in meiner Tasche befand sich nur ein Pyjama und Kleidung für den nächsten Tag. Dann würden wir ja auch schon wieder nachhause fahren.

 

Erschöpft liess ich mich auf das Bett sinken. Ich hatte die letzten Tage kaum geschlafen. Wie konnte mein Leben nur so aus den Bahnen geraten? Vor nicht mal zwei Wochen waren meine Gefühle noch nicht ein einziges Chaos und mein Vater war noch auf freiem Fuss. Der Ruf meiner Familie noch vollkommen intakt. Naja, bis auf die Berichte die alle paar Monaten, wegen meines Bruders und seinen Wilden Partys in der Klatschspalte zu finden waren.

 

Ich hörte lautes Lachen von dem ersten Stock. Schnell stand ich auf, zupfte mein T-Shirt zurecht und lief die Holztreppe hinunter.

„Sophia bist es du?“ Hörte ich Aline aus der Küche rufen.

„Ja.“

„Willst du auch Margaritas?“ Noch bevor ich antworten konnte, hörte ich schon den Mixer laut brummen. Das Brummen übertönte fast das Klopfen, an der massiven Eingangstüre, an der ich gerade vorbeilief.

„Elias.“ Stiess ich verwundert hervor.

„Sophia. Sophia ist Aline hier? Ich …… ich muss mit ihr sprechen. Es ist sehr wichtig. Sie muss mir zuhören!“ Während er sprach oder eher halb schrie, lief er nervös vor der Türe auf und ab. Ich war mir sicher, dass er auf Drogen war. Die ganzen Drogengeschichten war auch der Grund weshalb Aline sich dazumal von ihm getrennt hatte. Nun konnte ich mir gut vorstellen, wie er die ganze Einrichtung von ihr zerstörte. Früher kannte ich mir das irgendwie nie richtig vorstellen, aber nun als ich ihn so sah, fiel mir das auf einmal ganz leicht.

„Aline möchte aber nicht mit dir sprechen.“

Nun kam Elias auf mich zu und packte mich an meinen Schultern.

„Sie muss aber! Lass mich rein oder bring sie raus. Hast du mich verstanden?“

Mein Herz pochte so fest und schnell, dass ich dachte ich würde mein Frühstück ein zweites Mal sehen.

„Okay.“ Stammelte ich. Elias liess mich los und mein Blick fiel auf seinen Gürtel und auf dass was da aus seinem Hosenbund herausragte. Der Griff einer Waffe.

 

Schnell drehte ich mich um und meinte hastig: „Ich hole sie. Warte hier.“ Ich stolperte in die Hütte hinein und schloss schnell die Türe hinter mir. Mein Blick viel auf die vielen Fenster. Uns hier drinnen zu verkriechen und verbarrikadieren wäre sinnlos, denn die Fenster besassen keine Läden. Er könnte sich also einfach Zutritt verschaffen. Ich musste ihn also hinhalten, ohne dass er etwas davon mitbekam. Schnell rannte ich in die Küche, schnappte mir dort einen Block samt Kugelschreiber und schrieb in grossen Buchstaben: RUFT DIE POLIZEI. Dazu sagte ich laut: „Hey Bianca kannst du Aline rausschicken, sobald sie aus der Toilette kommt?“ Beide sahen mich verwundert an.

 

„Was soll das?“ Flüsterte Aline. Ich riss den Zettel ab und schrieb: Elias ist hier und hat eine Waffe.

„Er möchte mit dir reden.“ Flüsterte ich den beiden zu.

„Sollten wir ihm dann nicht das geben was er möchte?“ Fragte Aline in die Runde. Ehrlichgesagt wusste ich nicht was nun das Beste war, aber ich hatte das Gefühl, das ihn hinzuhalten, bis die Polizei hier war, die bessere Option war.

„Nein wir gehen kein Risiko ein und warten bis die Polizei hier ist.“

Bianca kramte ihr Handy hervor und alarmierte die Polizei.

An der Türe hörten wir ein lautes Poltern.

 

„Wo ist nun Aline. Entweder sie kommt jetzt raus oder ich komme hinein.“

„Ich gehe kurz zu ihm und sage ihm das du auf der Toilette bist und danach gleich rauskommst. Hoffentlich beruhigt ihn das ein bisschen.“

Noch bevor die beiden Protest dagegen einlegen konnten, machte ich mich auf den Weg zu Elias.

 

Draussen neben der Türe stand eine kleine Holzbank. Ich setzte mich darauf, denn meine Knie waren Puddingweich. Elias erzählte, dass er nicht schuld an der ganzen Situation sei. Dass er dies alles nur wegen und für Aline mache. Er war eindeutig verrückt.

 

„Sag mir jetzt sofort wann Aline hinauskommt.“

„Sie kommt jeden Moment.“

 

Er lief ein paar Schritte von der Eingangstüre weg, seufzte und kickte ein Kieselstein davon. In meinem Augenwinkel sah ich, wie er sich nun wieder zu mir umdrehte und nach seiner Waffe griff. Ich stand auf und sprintete zu ihm hin. Ich versuchte den Überraschungsmoment zu nutzen und ihm die Pistole aus der Hand zu nehmen. Ich bekam jedoch nur seinen Arm zu greifen und ein Handgemenge entstand. Plötzlich hörte und spürte ich wie sich ein Schuss aus der Waffe löste. Wir erstarrten beide kurz, aber dann ging der Kampf weiter. Schliesslich gelang es mir seinen Arm in den Polizeigriff zu nehmen und als ich den Hebel verstärkte, liess Elias endlich seine Waffe fallen. Ich kickte sie mit meinem Fuss etwas weg und sah das Aline und Bianca fassungslos auf der Veranda standen. Schnell stürzten die beiden zu uns und halfen mir ihn festzuhalten.

 

Kurz darauf bogen auch schon die Polizei und der Krankenwagen auf den Parkplatz. Schnell kamen die Polizisten uns zur Hilfe. Sie sicherten die Pistole. Danach trennten sie uns und befragten uns einzeln zu den vorigen Ereignissen.

Da ich an der Schulter blutete, befragte mich der Polizist in dem Krankenwagen. Während ich dem Polizisten gerade alles genau erklärte, sah ich wie Liams schwarzer RS6 auf den Parkplatz fuhr. Er stieg aus und kam so schnell zu mir hinüber, dass er nicht einmal die Autotür schloss.

 

„Sophia alles in Ordnung?“ Ich sah wie seine braunen Augen voller Sorgen waren.

„Ja alles gut. Nur ein Kratzer.“

„Naja so klein ist der Kratzer nun auch wieder nicht. Sie haben wegen dem Streifschuss viel Blut verloren und ich werde sie, sobald sie mit der Befragung fertig sind in den Spital fahren.“

„Muss das sein? Ich hasse Spitäler.“

„Wir empfehlen es, aber wenn sie nicht möchten, können sie die Fahrt auch verweigern. Auf eigene Verantwortung natürlich.“

„Ja verarzten sie bitte einfach die Wunde und dann werde ich mich hier erholen. Der Nachmittag war schon schlimm genug, der Abend muss nicht auch noch ätzend werden.“

„Aber sie müssen sich wirklich erholen. Haben sie jemand der auf sie aufpasst?“

„Ich werde persönlich auf sie schauen.“ Liam zeigte dem Sanitäter seine Marke, der nickte und verarztete weiter meine Schulter.

„Das musst du nicht.“

„Ich weiss aber ich möchte.“ Er strich zärtlich durch mein Haar. Es tat so gut ihn zu sehen. Kurz zuvor hatte ich noch Todesangst und nun fühlte ich mich mit ihm so sicher und geborgen.

„Wie warst du eigentlich so schnell hier?“

„Ich habe wahrscheinlich alle Strassengesetze gebrochen, aber als ich die Adresse in dem Polizeifunk gehört habe, kriegte ich es mit der Angst zu tun. Sophia bitte tu mir das nie wieder an, hörst du?“

„Ich werde mi Mühe geben.“ Scherzte ich und er gab mir einen Kuss auf die Stirn.

 

Der Sanitäter kam mit den Papieren und ich unterschrieb, dass ich gegen das anraten der Sanitäter, mich auf eigene Verantwortung entliesse. Der Polizist, der mich zuvor befragt hatte, lief mir nach und stellte mir noch weitere fragen. Liam wich mir während der ganzen Befragung nicht von der Seite. Als die Polizei hatte was sie wollte und brauchte fuhren sie wieder fort. Elias nahmen sie gleich auf dem Rücksitz mit.

 

Aline und Bianca sassen auf dem beigen Ledersofa, als ich mit Liam das Wohnzimmer betrat.

„Das ist Liam.“

Liam ging zu den beiden Frauen und streckte ihnen die Hand entgegen. Nach der Begrüssung meinte ich: „So ich muss mal aus den blutigen Sachen raus. Ich komme gleich wieder.“

 

Ich lief rauf, in mein Zimmer und zog mich schnell um. Als ich wieder runter in das Wohnzimmer kam setzte ich mich auf einen Sessel neben Liam.

 

„Sophia, liebes wir haben miteinander gesprochen und wir sind uns alle einig, dass wir die Nacht nicht mehr in der Hütte verbringen wollen. Du kannst entscheiden, ob ich oder Liam heute Nacht bei dir zuhause auf dich aufpassen soll.“

„Liam nimm es mir nicht böse, ich bin froh, dass du gekommen bist. Wirklich, aber ich bin mit Aline schon eine Ewigkeit befreundet und würde mich wohler fühlen, wenn sie zu mir kommen würde.“

„Kein Problem das verstehe ich.“ Liam stand auf und Umarmte mich noch kurz bevor er ging.

 

Als wir endlich in Aline`s Wagen sassen und von der Hütte davon fuhren, fühlte ich mich befreit.

 

Noch in der Nacht schmiedeten Aline und einen Plan, für eine Reise mit den Pferden. Draussen auf Achse und niemand könnte uns finden.

Als Oliver kurz bei mir zuhause vorbeikam, um zu sehen, wie es mir ging und von unserem Plan erfuhr, war dieser sofort Feuer und Flamme. Er wollte unbedingt mitkommen.

 

Liam schrieb stündlich, um zu sehen, wie es mir ging. Obwohl es mitten in der Nacht war.

 

Trotz all dem was zurzeit gerade in meinem Leben schief lief, war ich nun der glücklichste Mensch auf Erden. Ich hatte tolle Freunde, die immer für mich da waren und Liam dem ich wirklich wichtig zu sein schien.

 

Die Planung des Wanderrites war keine grosse Sache, denn wir hatten dies schon ein paar Mal getan und so ging es auch schon, in den nächsten Tagen los.

Und so geht es weiter: Kapitel 7 Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

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