Kapitel 1Pferdestarke Liebe



Ich schaute vom zweiten Stock über das Geländer. Die Party war ein voller Erfolg. So viele reiche Leute, standen da und tranken Champagner, während sie sich noch was von einem der Tabletts gönnten. Natürlich waren die vielen Leute nicht nur zum essen und zum trinken hierhergekommen. Nein das war eine typische Party der High Society, bei der es einzig und alleine nur darum ging, sehen und gesehen zu werden. Diese Lästerpartys dienten immer einem guten Zweck und auch diesmal wurde wieder Geld für den guten Zweck gesammelt.

 

Meine Mutter Organisierte solche Partys mindestens einmal pro Monat. Sie war in so vielen Wohltätigkeitsvereinen, dass ich schon lange aufgehört habe zu zählen.

Während ich die grosse Holzwendeltreppe hinabging, fiel mir ein junger Mann auf. Er passte nicht in das Bild. Sein schwarzer Smoking schien ein Billigprodukt zu sein. Auch zeugte der Krawattenknoten, seiner blaugestreiften Krawatte, nicht gerade von können.

Ich hatte ihn noch nie auf einer solchen Veranstaltung gesehen.

 

„Suchen Sie etwas?“ Begrüsste ich den unbekannten.

„Wohl eher jemanden.“ Antwortete er mit einem nervösen grinsen auf seinem Gesicht.

„Wen haben Sie denn verloren? Vielleicht kenne ich Sie ja.“

„Nein schon gut.“

Seine braunen Augen leuchteten im Licht. Verdammt sah dieser Mann gut aus.

„Ich kenne sozusagen jeden hier persönlich. Also ich würde meine Hilfe an ihrer Stelle annehmen.“

Er sah mich lange mit einem durchdringlichen Blick an.

„Vorhin stand hier vorne ein Mann. Ich wollte mit ihm etwas geschäftliches besprechen, aber nun scheint er vom Erdboden verschwunden zu sein. Mehr kann ich ihnen leider nicht sagen.“

„Okay sie wollen ihre Geschäfte lieber für sich behalten. Das kann ich verstehen. Ich werde ihnen trotzdem helfen diesen Mann wieder zu finden. Also jede Party hat eine Unterparty, auf der sich die jungen Leute amüsieren. Hier mit den Eltern sind alle brav und gesittet, aber in einem Nebenraum lassen sie so richtig die Sau raus.“

„Ich weiss nicht. So jung ist der Herr nicht mehr. Aber schaden wird es wohl nicht. Wo ist diese Unterparty?“

„Folgen Sie mir.“ Ich schnappte ich mir eine Flasche Champagner, aus einem Eisgekühlten Behälter und ging mit ihm zu einer der Türen, die aus dem Saal führten. Prüfend schaute der geheimnisvolle fremde sich in dem Gang um.

 

„Hey ich bin übrigens Sophia.“ Ich streckte ihm meine Hand entgegen. Erschaute verdutzt rein, nahm sie dann aber doch noch und fing sie an zu schütteln.

„Freut mich.“

 

Offensichtlich wollte er mir seinen Namen nicht verraten. Dies war mir noch nie passiert. Eigentlich war ich gewohnt zu bekommen was ich wollte. Immerhin wusste ich genau wie ich meinen schlanken Körper perfekt in Szene setzen konnte, so dass es stillvoll, aber doch verführerisch aussah. Seinen blicken zu Urteilen gefiel ich ihm auch, aber naja vielleicht war er ja in festen Händen.

 

Zusammen gingen wir nun durch eine Türe, die sich am Ende des Ganges befand. In dem Raum offenbarte sich uns einen Pokertisch, um den ein paar junge Männer sassen und spielten. Sonst sassen und standen die Leute verteilt im Raum.

 

„Und siehst du, wenn du suchst?“

„Nein. Bis jetzt noch nicht.“

Seine Augen suchten systematisch den Raum ab.

 

Ich sah das mir Aline von einem der Sofas aus zuwinkte. Ich ging zu ihr und liess den unbekannten fremden stehen.

„Hey hast du es auch endlich geschafft?“ Fragte Aline. Wir waren schon seit der Schule beste Freundinnen und daran hatte sich bis heute auch nichts verändert. Aline kam aus einer sehr Wohlhabenden Familie, genau wie ich und sie war auch genau wie ich zweiundzwanzig Jahre alt. Sie hatte blondes langes Haar und ein atemberaubend schönes dunkelblaues Abendkleid an.

 

„Schön wäre es. Nein ich bin schon seit eineinhalb Stunden hier. Musste aber noch mit meiner Mutter die Gäste begrüssen. Aber jetzt habe ich frei. Zumindest bis zu dem Familienfoto für die Presse.“ Ich liess mich auf das Ledersofa sinken und vergrub meine Hände in meinem schulterlangen schwarzen Haar.

 

Viele beneideten mich darum die Tochter von der wohlhabenden Familie Mosering zu sein. Meine Familie hatte so viel Geld, dass ich, wenn ich nicht wollte, mein Leben lang keinen Finger krümmen müsste. Aber so viele Vorteile es auch hatte, aus einer mächtigen, einflussreichen Familie zu kommen, so viele Pflichten brachte es auch mit sich. Manchmal sehnte ich mich danach, einfach mal aus dem ganzen auszubrechen und einfach ein ganz normales Leben zu führen. Ohne dass jeder sich gleich ein Urteil über mich machte und sich die Mäuler zerreissen.

Ich schaute zur Türe, dorthin wo zuvor der gutaussehende Mann stand. Aber er war nicht mehr dort.

 

„Oh Scheisse.“ Quickte Aline und schaute blass auf ihr Handy. Instinktiv schaute ich auf ihr Handydisplay. Dort lief ein Film und darauf war Aline zu sehen, wie sie mit einem Typ wild herummachte.

 

Verwirrt schaute ich sie an.

„Das hat mir Elias geschickt.“

Aber der Mann im Video war nicht Elias. Elias war blond und hatte keine Tattoos. Warte mal das Tattoo kenne ich doch. Das Gesicht des Mannes konnte man nicht sehen, aber ich wagte noch einmal einen kleinen Blick, um mich zu vergewissern.

„Das ist Jonas!“ Jonas war mein Bruder.

 

„Es war nichts Ernstes. Deshalb haben wir es auch geheim gehalten. Aber jetzt droht mir Elias, es zu veröffentlichen. Mein Ruf. Mein guter Ruf.“

Und den Ruf meines Bruders, dachte ich mir.

„Was möchte Elias?“

„Noch eine Chance.“

„Wir müssen Jonas darüber Informieren.“

 

Wir beide liessen unser Blick im Zimmer umher schweifen. Am Pokertisch wurden wir fündig. Schnell standen wir auf und liefen zu ihm hinüber.

 

„Jonas wir müssen reden.“ Meinte Aline zu ihm.

„Nicht jetzt liebes. Es geht um tausende von Franken. Vielleicht komme ich später darauf zurück.“ Meinte er, ohne dabei auch nur einmal seinen Blick vom Spiel abzuwenden.

 

„Es ist wichtig.“ Sagte ich nun flehend. Er schaute mich kurz an und liess dann seine Karten auf den Tisch fallen, stand auf und verliess den Raum.

„Ich hoffe es ist wirklich wichtig. Wegen euch verlor ich gerade eine Menge Geld.“

„Glaub mir du wirst noch viel mehr verliere, wenn uns nichts einfällt.“ Gab ich schnippisch zurück.

 

Aline erklärte ihm die Situation.

„Okay du triffst dich mit Elias.“ Meinte Jonas dann.

„Was der Typ ist Irre. Durch seinen Drogenmissbrauch ist er unberechenbar und wer weiss ob er nicht wieder ausrastet.“ Gab ich entsetzt zurück.

 

„Sie wird natürlich nicht ohne Schutz dorthin gehen. Ich und Oliver bleiben treuherzig immer in ihrer Nähe und würden eingreifen, sobald es brenzlig für sie werden würde. Aber sie muss ihn irgendwie dazu bringen, dass er gesteht, dass er sie erpresst. Sie nimmt das Gespräch heimlich mit ihrem Handy auf und dann sobald wir haben, was wir wollen erpressen wir ihn mit der Aufnahme.“

„Ich denke ihm wird das egal sein, ob wir sein Geständnis veröffentlichen.“

„Ihm selbst vielleicht schon. Aber bestimmt nicht seinem Vater. Dieser ist doch Richter. Stellt euch doch mal die Schlagzeilen vor, Richtersohn erpresst Ex Freundin mit einem Sexvideo. Der Ruf seiner Familie wäre dahin und dies würde selbst Elias nicht riskieren.“

Jonas hatte vermutlich recht.

 

Zusammen gingen wir wieder in den Raum, um Ausschau nach Oliver Huwyler zu halten. Oliver war mit mir und Aline schon seit eh und jeh befreundet. Mittlerweiler war er auch ein guter Freund von Jonas geworden.

 

In einer Ecke des grossen, hellen und luftigen Raums, wurde ich fündig. Er stand dort in seinem dunkelblauen Anzug und sprach gerade mit einer blonden jungen Frau. Typisch Oliver. Er sah gut aus und war stinkreich, deshalb liefen ihm die Frauen auch scharrenweise nach. Dies gefiel Oliver natürlich sehr.

 

„Hey!“ Meinte ich, während ich mich zu den beiden stellte. Oliver lächelte mich an, während die blonde junge Frau mich nur missbilligend anstarrte.

„Es ist wichtig, hast du kurz eine Minute?“

„Du entschuldigst uns.“ Sagte er zu der blonden Frau und legte seinen Arm um meine Schulter. Zusammen wendeten wir uns von ihr ab und liefen nach draussen in den Gang. Dort wurden wir schon von Aline und Jonas empfangen.

 

Zusammen brachten wir Oliver auf den neusten Stand und natürlich war er sogleich mit unserem Plan einverstanden. Mit den Worten: „Endlich wird diese Party spannend.“ Läutete er den Plan ein.

 

Der Plan lief wie am Schnürchen und so kamen Jonas und ich gerade noch rechtzeitig für das Familienfoto vor der Presse.

Als ich da mit meiner Familie vor dem Fotograf Posierte, fiel mein Blick auf den Mysteriösen unbekannten. Er stand in der Ecke und beobachtete mich und meine Familie genau. Als wir mit den Fotos fertig waren, ging ich schnell zu dem gutaussehenden fremden. Diesmal hatte ich mehr Glück und er verriet mir neben seinem Namen sogar noch seine Handynummer. Liam, so ein schöner Namen, für so einen gutaussehenden Mann.

Und so geht es weiter: Kapitel 2 Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)

Eure Ava Meier versucht zu schreiben...

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