Kapitel 4 Pferdestarke Liebe
Was bisher geschah: Kapitel 1Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Mein
Handy hörte nicht auf zu vibrieren. Das Geräusch, das es dabei von sich gab war
ohrenbetäubend und nervig.
Verschlafen
und mit halb geschlossenen Augen tastete ich nach meinem Handy. Als ich endlich
fündig wurde, las ich auf dem Display: Schalte
unbedingt den Fernseher ein. Der Absendername verriet mir, dass diese SMS
von Aline kam. Zudem hatte ich auch sieben Anrufe in Abwesenheit von Jonas und
drei Anrufe in Abwesenheit von meiner Mutter und auch Oliver versuchte mich zu
erreichen.
Mir
war sofort klar, dass etwas passiert sein musste. Auf ein Mal war ich hellwach.
Ich lief ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Es liefen gerade die
Nachrichten. Dann kam der Beitrag.
Heute Morgen früh wurde
Oskar Moseringing wegen Bilanzfälschung verhaftet. Er ist der Gründer und
Firmenchef der Firma Mosering. Der grösste Immobilienfirma in der Schweiz und
darüber hinaus. Die Familie Mosering steht immer mal wieder in der Presse wegen
ihrer Wohltätigkeitsarbeit und ist hoch angesehen……….
Die
Reporterin sprach noch weiter, aber ich hörte ihr nicht mehr hin. Zu
schockierend war das Bild von meinem Vater in Handschellen, wie er gerade aus
seiner Firma geführt wurde. Überall standen Polizisten und da sah ich ihn.
Liam. Er trug eine Polizeijacke und stand bei einem der Einsatzwagen.
Was
zu Teufel hatte er dort zu suchen?
Ich
konnte es kaum glauben, aber ich musste mich nun um wichtigeres kümmer. Schnell
wählte ich die Nummer meiner Mutter. Sie ging gleich ran und sagte das wir uns
bei ihr Zuhause treffen würden. Sie hätte schon die beste Anwaltskanzlei der
Stadt beauftragt. Meinte sie noch, wahrscheinlich um mich ein bisschen zu
beruhigen.
Nach
einer kurzen Dusche befand ich mich nun auch schon auf dem Weg zu meinem
Elternhaus. Das am Zürichsee lag.
Während
ich fuhr hörte ich immer wieder mein Handy vibrieren. Es war unglaublich wie
viele Leute fragten ob sie etwas machen könnten. In Wahrheit waren doch alle
nur auf Informationen aus, um nachher tratschen zu können. Ich ignorierte
gekonnt alle SMS. Auch die von Liam, in denen er mich anflehte mit ihm zu
reden. Ich hatte ihm nichts mehr zu sagen. Immerhin hat er meinen Vater
festgenommen.
Bei
meinem Elternhaus angekommen lief ich gleich in das Wohnzimmer. Dort sass meine
Mutter und mein Bruder war auch schon da. Sie besprachen etwas mit einem
Anzugsträger. Vermutlich einer der Anwälte die meine Mutter engagiert hatte.
Ich setzte mich dazu und hörte mir alles genau an. Wir bräuchten einen neuen
Firmenchef, wenn wir die Firma behalten wollten etc.
Zwischendurch
schaute ich immer mal wieder auf mein Handy, denn Liam schien keine Ruhe zu
geben. Irgendwie fühlte ich mich geschmeichelt, aber gleichzeitig nervte er
mich auch.
Okay da du nicht
zurückschreibst komme ich zu dir. Ich will dir alles erklären. Ich nehme an du
bist bei deiner Mutter.
War
darauf zu lesen. Ich war entsetzt. Merkte er denn nicht, dass ich nicht mit ihm
reden mochte?
Ich
beschloss ihn weiter zu ignorieren und hörte weiter dem Anwalt zu. Dieser riet
uns gerade nicht mit der Presse zu sprechen.
Ich
hörte noch eine Weile zu, bis mein Handydisplay meine volle Aufmerksamkeit auf
sich zog. Dort darauf war zu lesen: Ich bin
nun vor dem Haus. Komm raus, ich muss mit dir sprechen. Wenn du nicht
rauskommst komme ich rein. Bin gespannt wie du das deiner Mutter erklären
wirst. Ich bin sicher sie wäre nicht erfreut.
Dieser
Mistkerl. Jetzt erpresste er mich auch noch. Okay ich werde mit ihm sprechen,
aber nur weil ich meiner Mutter nicht noch mehr Stress zumuten wollte.
Ich
entschuldigte mich und lief nach draussen. Dort stand er, lässig an sein Auto
gelehnt.
„Hör
mir doch wenigstens kurz zu. Sophia bitte Ich fleh dich an, hör mir nur kurz zu
und ich werde es dir erklären.“
„Ach
ja, erklären wirst du es mir? Also erkläre mir wieso du ausgerechnet meinen
Vater festnehmen musstest.“ Erwiderte ich halb schreiend und halb den Tränen
nahe.
Ich
sah wie er schnell atmete und versuchte ruhig zu bleiben.
„Das
ist mein Job, Sophia. Er ist schuldig. Wir haben viele Beweise gegen ihn. Er
hat es getan.“
Dies
bezweifelte ich ehrlichgesagt auch gar nicht. Ich ging nie davon aus dass ihm
etwas untergeschoben wurde, denn mein Vater war dafür bekannt am Rande des
legalen zu handeln. Mich überraschte es ehrlichgesagt nicht, dass er dabei auch
manchmal die Grenze übertrat. Aber wieso musste ausgerechnet Liam in der
Einheit sein, die gegen meinen Vater ermittelten und ihn dann festnahmen. Wieso
konnte er nicht einfach einen anderen Fall bearbeiten.
„Das
ist meine Familie. Mein Vater.“
„Ich
weiss.“ Er atmete tief ein und schaute dabei zum Himmel und danach mich an.
Seine Gesichtszüge waren weich und er griff nach meiner Hand.
„Ich
weiss und es tut mir leid. Wirklich, du hast ja keine Ahnung wie leid es mir
tut. Aber ich mache nur meinen Job.“
„Hast
du dich absichtlich an mich ran gemacht? In der Hoffnung durch mich an Infos
über meinen Vater zu kommen?“ Ich wich zurück und zog meine Hand ruckartig aus
seinem Griff.
„Nein.
Als ich dich auf der Party kennenlernte, wusste ich nicht das du seine Tochter
bist.“
„Du
hast auf der Party meinen Vater beschatten sollen?“
„Ja.“
„Aber
wir machten dort ein Familienfoto und du hast zugesehen. Ich habe dich dort gesehen.
Spätestens da wusstest du es.“
„Ja
und ich habe dich dann auch gleich überprüft. Du warst aber nie eine
verdächtige und somit hattest du nichts mit dem Fall zu tun. Deshalb konnte ich
mich mit dir treffen ohne Probleme mit meinem Boss zu bekommen.“
„Du
wusstest die ganze Zeit das gegen meinen Vater ermittelt wurde und du hast
nichts gesagt.“
„Ich
konnte nicht. Ich durfte nicht. Du hättest ihn gewarnt und er hätte seine
Spuren verwischen können. Das konnten wir nicht riskieren.“
Wortlos
starrte ich ihn an. Seine Worte ergaben Sinn, aber ich konnte es nicht
verstehen. Ich wusste dass er nur seinen Job machte, aber sein Job verletzte
mich und meine Familie. Es tat weh und ich fühlte mich verraten.
„Ich
wollte doch nie etwas böses. Ich bin Cop geworden, um das Böse zu bekämpfen und
trotzdem habe ich dich verletzt. Das tut mir leid. Du ahnst gar nicht wie leid
mir das tut, aber ich liebe auch mein Job. Er sichert meine Existenz.“
„Und
meine Familie ist meine Existenz. Ich kann dir nicht verzeihen.“
„Bitte
gib mir eine Chance dir alles zu erklären.“ Er schaute mich flehend an.
Ihn
so traurig und hilflos zusehen versetzte mir einen Stich in meinem Herzen. Ich
konnte nicht ablehnen.
„Okay.“
„Wo?“
„Im
Blue First, um acht.“
„Bis
dann.“ Er schaute mich noch einmal durchdringlich an, stieg dann in seinen Audi
und fuhr davon.
Bevor
ich wieder zurück zu meiner Familie und deren Anwalt ging, atmete ich noch
einmal tief durch.
Meine
Familie versuchte gerade einen Plan zu erarbeiten, um den Schaden zu minimieren.
Den Schaden der Liam und seine Kollegen angerichtet hatten.
Ich
hatte keine Lust mehr auf das Ganze, deshalb schnappte ich mir meine Tasche und
verabschiedete mich von ihnen. Jonas würde mir die Strategie dann per Mail
schicken. Dies versicherte mir meine Mutter.
Mit
hämmerndem Kopf, lief ich zu meinem Auto. Zum Glück stand Liam nicht mehr
draussen. Ich setzte mich in mein Wagen und fuhr los.
Und so geht es weiter: Kapitel 5 Pferdestarke Liebe (ava-versucht-zu-schreiben.blogspot.com)
Eure Ava Meier versucht zu schreiben...
Kommentare
Kommentar veröffentlichen